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Hoffnung für Kobane? US-Luftangriffe stoppen offenbar IS-Milizen

Hoffnung für Kobane?  

US-Luftangriffe stoppen offenbar IS-Milizen

08.10.2014, 11:57 Uhr | t-online.de, AFP

Hoffnung für Kobane? US-Luftangriffe stoppen offenbar IS-Milizen. Die alliierten Angriffe auf den IS in Nordsyrien zeigen Wirkung (Quelle: dpa)

Die alliierten Angriffe auf den IS in Nordsyrien zeigen Wirkung (Quelle: dpa)

Die US-Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Nordsyrien haben der Terrormiliz offenbar stark zugesetzt: Ein Reporter berichtet, die Lage sei seit den frühen Morgenstunden verhältnismäßig ruhig. Die Islamisten würden sich aus Angst vor weiteren Angriffen immer wieder zurückziehen oder verstecken. Zudem seien schwere Waffen wie Flugabwehrraketen und Panzer des IS zerstört worden. Von einer Wende in der Schlacht um Kobane könne aber keine Rede sein.

Seit Montag hat die US-geführte Koalition fünf Angriffe auf den IS rund um Kobane geflogen. Das bestätigte laut BBC auch das US-Militär. Man habe "eine IS-Einheit" und mehrere bewaffnete Fahrzeuge zerstört, heiß es aus dem Pentagon. Der kurdisch-syrische Politiker Salih Muslim sagte, die Lage der Eingeschlossenen sei aber weiter ernst.

Kämpfe halten an

Dafür sprechen auch Berichte von einem BBC-Reportern an der türkisch-syrischen Grenze, die am Mittwochmorgen von Gewehrfeuer und einzelnen Explosionen in Kobane berichten. Insgesamt habe die Intensität der Kämpfe aber stark abgenommen. Immer wieder suchten die IS-Milizen Deckung, wenn alliierte Flugzeuge über Kobane kreisten.

Anfang der Woche hatte der IS einen strategisch wichtigen Hügel am Rande der belagerten Stadt eingenommen. Von dem Hügel Mistenur aus können die Terroristen die Stadt nun mit schweren Waffen unter Dauerbeschuss nehmen. Außerdem ist Kobane seit Dienstag im Osten, Süden und Westen von den Islamisten eingekreist.

Bei den Kämpfen um Kobane sind in den letzten drei Wochen laut Beobachtern 400 Menschen getötet worden, 160.000 konnten über die Grenze in die Türkei fliehen.

Immer mehr Tote bei Protesten

Unterdessen hat sich die Opferzahl bei Kurdenprotesten in der Türkei gegen Ankaras Syrien-Politik auf 14 erhöht. Allein in der südöstlichen Großstadt Diyarbakir seien acht Demonstranten getötet worden, berichtete die Zeitung "Hürriyet". In der Kurdenhauptstadt gab es Zusammenstöße mit der Polizei, aber auch mit Anhängern der islamistischen Partei Huda-Par. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte bestätigte die Presseberichte zur Opferzahl. Zuvor war von zwölf Toten die Rede gewesen.

Die Demonstranten werfen Ankara vor, dem drohenden Fall der nordsyrischen Kurdenstadt Kobane an den Islamischen Staat tatenlos zuzusehen. Das Parlament billigte zwar jüngst den Einsatz der Armee in Syrien und dem Irak, doch startete die Regierung von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bisher keine militärische Intervention. Die Kurdenpartei HDP hatte deshalb zu den landesweiten Protesten am Dienstag aufgerufen, tausende Menschen folgten dem Appell.

Soldaten in den Städten

In Diyarbakir und anderen kurdischen Städten im Südosten der Türkei wurden Regierungs- und Parteigebäude beschädigt, Fahrzeuge in Brand gesetzt sowie Banken und Geschäfte geplündert. Mindestens drei Tote wurden aus der Stadt Mardin gemeldet, zwei aus Siirt sowie jeweils einer aus den Städten Batman und Mus.

In den kurdischen Provinzen Diyarbakir, Mardin, Siirt und Van wurden Ausgangssperren verhängt. Die Armee wurde erstmals seit Aufhebung des Ausnahmezustands vor zwölf Jahren wieder auf den Straßen eingesetzt.

Die Polizei setzte auch in der Metropole Istanbul und der Hauptstadt Ankara Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. In Istanbul wurde ein Demonstranten durch einen Schuss in den Kopf schwer verletzt. Mindestens 98 Menschen wurden laut der Nachrichtenagentur Dogan festgenommen. Proteste gab es auch in der Küstenstadt Antalya sowie in Mersin und Adana im Süden des Landes.

Innenminister Efkan Ala forderte die Demonstranten am Abend zum Rückzug auf und warnte vor "unvorhersehbaren Folgen". Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) drohte, sollte Ankara nicht den Fall der Stadt Kobane an die IS-Dschihadisten verhindern, werde sie die seit zwei Jahren laufenden Friedensverhandlungen abbrechen.

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