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Ägypten schickt Kampfjets nach Libyen

Stellvertreterkrieg droht  

Ägypten schickt Kampfjets nach Libyen

15.10.2014, 21:10 Uhr | AP

In Libyen kämpfen seit Monaten rivalisierende Milizen. Schon im Sommer wurde über eine Beteiligung ägyptischer Kampfjets spekuliert. Jetzt räumen Regierungsbeamte in Kairo dies ein und sprechen von einer neuen Kampagne.

Die Kämpfe zwischen Islamisten und ihren Gegnern in Libyen drohen, sich zum Regionalkonflikt auszuwachsen. Ägyptische Regierungsbeamte bestätigten, dass Kampfjets des Landes an Angriffen auf islamistische Milizen in der Hafenstadt Bengasi beteiligt seien.

Ähnlich äußerte sich der libysche Abgeordnete Tarek al-Doruschi, der aber von "gemieteten" ägyptischen Jets sprach. Offiziell dementierte der ägyptische Präsidentensprecher Alaa Jussef, dass ägyptische Kampfflugzeuge Ziele in Libyen bombardieren.

Die Lage in Libyen ist seit Monaten extrem instabil und verworren. In Bengasi kämpfen seit dem Sommer Soldaten um den früheren General Chalifa Haftar auf eigene Verantwortung gegen die Islamisten, die dort inzwischen aber wieder die Oberhand haben. Auch am Mittwoch gab es heftige Gefechte und mindestens drei Tote - Klinikmitarbeiter sprachen sogar von neun Toten. Zur Gefechtslage gab es widersprüchliche Informationen.

Zwei konkurrierende Regierungen

Die Luftangriffe könnten nach Einschätzung von Beobachtern Auftakt zu einer konzertierten Kampagne sein, um die Milizen zu schlagen. So stellten es auch zwei ägyptische Regierungsbeamte dar, die mit dem Militäreinsatz ihres Landes vertraut sind. Ägypten führe eine auf bis zu sechs Monate angelegte Operation gegen die Milizen, an der sich später auch von Ägypten trainierte libysche Bodentruppen beteiligen sollten. Die international anerkannte libysche Regierung mit Sitz in Tobruk habe um den Einsatz gebeten. Dazu gehöre auch die Nutzung eines ägyptischen Kriegsschiffs als Kommandozentrale im Mittelmeer vor Tobruk.

In den politischen Wirren der vergangenen Monate hatten sich in Libyen zwei konkurrierende Regierungen und auch zwei Parlamente gebildet. Die gewählte Regierung musste auf Druck von islamistischen Milizen aus der Hauptstadt Tripolis nach Tobruk abziehen.

Der in Tobruk ansässige Ministerpräsident Abdullah al-Thinni sagte dem Sender Sky News Arabia, alle am Kampf gegen Milizen in Bengasi beteiligten Truppen stünden unter dem Kommando des libyschen Stabschefs.

Stellvertreterkrieg droht

Das Dementi des ägyptischen Präsidentensprechers wurde über die staatliche Nachrichtenagentur verbreitet, ließ aber Fragen offen. Schon im Sommer hatten US-Beamte bestätigt, dass Kampfjets aus Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten Milizen nahe Tripolis bombardiert hätten. Auch damals hatte Ägypten dementiert.

Ein Kommandant einer islamistischen Miliz in Bengasi sagte, Bilder belegten, dass Ägypten Kampfjets geschickt habe, um Stellungen seiner Gruppe anzugreifen. "Die Ägypter bombardieren uns Tag und Nacht, und sie wollen Zwietracht zwischen uns säen, damit die Leute die Waffen gegeneinander richten", sagte er.

Eine direkte militärische Verwicklung Ägyptens ist heikel, weil sie bedeuten könnte, dass sich der undurchsichtige Konflikt zum Stellvertreterkrieg entwickelt. Die Türkei und Katar gelten als Unterstützer der Islamisten, während Ägypten, Saudi-Arabien und die Emirate deren Gegnern helfen.

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