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Burkina Fasos Präsident Blaise Compaoré offiziell zurückgetreten

Nach blutigen Massenprotesten  

Präsident von Burkina Faso offiziell zurückgetreten

31.10.2014, 17:58 Uhr | t-online.de , AFP , rtr , AP , dpa

Burkina Fasos Präsident Blaise Compaoré offiziell zurückgetreten. Der Präsident von Burkina Faso, Blaise Compaoré, hat nach tagelangen gewalttätigen Protesten sein Amt niedergelegt. (Quelle: Reuters)

Der Präsident von Burkina Faso, Blaise Compaoré, hat nach tagelangen gewalttätigen Protesten sein Amt niedergelegt. (Quelle: Reuters)

Der Präsident des westafrikanischen Staates Burkina Faso, Blaise Compaoré, ist von seinem Amt zurückgetreten. Dies gab er in einer im Fernsehen verlesenen Stellungnahme bekannt. Compaoré gab damit nach tagelangen Massenprotesten mit bis zu dreißig Toten und zahlreichen Verletzten dem Druck der Bevölkerung nach. Er war seit 27 Jahren im Amt. Innerhalb von 90 Tagen solle es Neuwahlen geben.

"Im Bestreben, die demokratischen Errungenschaften und den sozialen Frieden zu erhalten, gebe ich ein Machtvakuum bekannt, um zu ermöglichen, dass eine Übergangszeit eingeleitet wird, die zu freien und transparenten Wahlen in einem Zeitraum von 90 Tagen führt", hieß es in einer im Fernsehsender BF1 von einer Journalistin verlesenen offiziellen Erklärung.

Der 63-jährige Compaoré, der sich vor 27 Jahren mit einem Putsch an die Macht gebracht hatte, habe sein Amt niedergelegt, erklärte auch ein Offizier auf dem Platz der Nation in der Hauptstadt Ouagadougou laut einem Bericht des TV-Senders Burkina24. Der Radiosender Omega berichtete unabhängig davon, Compaore habe in einer Erklärung mitgeteilt, dass der Posten des Präsidenten frei sei. Compaorés derzeitiger Aufenthaltsort ist unklar, jedoch gab es Berichte, wonach er in den Süden des Landes geflohen sein soll.

Zahlreiche Tote und Verletzte

Massive Proteste fanden zuvor erneut in Ouagadougou statt. Auch in anderen Landesteilen gingen die Menschen auf die Straße. Dabei blieb es Augenzeugen zufolge zunächst friedlich. Das Militär, das die Bevölkerung offenbar unterstützt, hat eine Erklärung angekündigt.

Nach Angaben der Opposition waren bei den blutigen Unruhen am Donnerstag mindestens 30 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden. Die Polizei hatte mit scharfer Munition in die Menge geschossen. Die Demonstranten waren sogar ins Parlament eingedrungen und hatten es in Brand gesteckt. Daraufhin verkündeten die Streitkräfte die Auflösung des Parlaments. Compaoré bestätigte dies später.

Nach dem Rücktritt von Compaoré hat der Militärchef von Burkina Faso die Macht iübernommen. Generalstabschef Honoré Traoré teilte in einer Erklärung mit, er habe mit sofortiger Wirkung "gemäß der Verfassung" das Amt des Staatschefs übernommen.

Ausnahmezustand wieder aufgehoben

Die Proteste hatten sich an einer geplanten Parlamentsabstimmung über eine Verfassungsänderung entzündet. Diese hätte Compaoré eine fünfte Amtszeit ermöglicht.

Nach den massiven Protesten versprach der Präsident zunächst die Bildung einer Übergangsregierung. Der am Donnerstag ausgerufene Ausnahmezustand wurde wieder aufgehoben. Die Übergangsregierung wollte Compaoré aber selbst führen. Außerdem versicherte er, im kommenden Jahr nicht wieder kandidieren zu wollen. Am Freitag folgte dann doch der Rücktritt.

Das Agrarland Burkina Faso mit etwa 17 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Welt.  

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