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Recep Tayyip Erdogan kritisiert den Stellenwert von Kobane

Streit zwischen Kurden und Türkei  

Erdogan kritisiert den Stellenwert von Kobane

01.11.2014, 11:03 Uhr | AP , t-online.de

Recep Tayyip Erdogan kritisiert den Stellenwert von Kobane. Recep Tayyip Erdogan übt Kritik an der internationalen Gemeinschaft (Quelle: dpa)

Recep Tayyip Erdogan übt Kritik an der internationalen Gemeinschaft (Quelle: dpa)

Das Eintreffen der ersten Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak in der syrischen Grenzstadt Kobane wurde von der internationalen Gemeinschaft mit großem Interesse verfolgt. Ein Umstand, den Recep Tayyip Erdogan nicht nachvollziehen kann. "Wir reden nur über Kobane", sagte der türkische Präsident, der nicht versteht, warum der kurdischen Stadt im Kampf gegen den Terror des Islamischen Staats ein so hoher Stellenwert eingeräumt wird.

"Außer 2000 Kämpfern ist da fast niemand mehr", sagte Erdogan auf einer Pressekonferenz in Paris und fragte: "Warum bombardieren die Koalitionstruppen ständig Kobane? Warum wollen die Koalitionstruppen nicht in anderen Zonen aktiv werden?"

Kurden machen Türkei für Verzögerungen verantwortlich

Ein Vertreter der syrischen Kurdenpartei PYD beschuldigte die Regierung in Ankara wiederum, für die Verzögerung von Verstärkungstruppen verantwortlich zu sein und zu hoffen, dass der IS Kobane einnähme, bevor die 150 geplanten Peschmerga ihren kurdischen Waffenbrüdern zur Hilfe eilen könnten. Ihr Grenzübertritt hatte sich in den vergangenen Tagen immer wieder verzögert. "Es gab viele Verzögerungen und die Peschmerga sind daran nicht schuld. Die Schuld trifft die Türken", sagte der PYD-Vertreter.

Die Aussagen beider Seiten machten das große Misstrauen zwischen Ankara und den Kurden deutlich. Die Türkei sieht die syrische PYD als Verbündeten der im Land verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die im Südosten der Türkei über Jahrzehnte in einem blutigen Aufstand gegen die Regierung rebellierte.

Am späten Freitagabend hatten erste Peschmerga-Kämpfer die türkische Grenze nach Syrien übertreten, berichteten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie der in Kobane ansässige Aktivist Mustafa Bali. Nach übereinstimmenden Angaben kamen zehn erste Fahrzeuge mit irakischen Peschmerga und Waffen an Bord in Kobane an.

Kurden schlagen IS-Angriff zurück

Laut Aktivisten haben die Kurden in der Nacht zum Samstag einen erneuten IS-Angriff auf Kobane zurückgeschlagen. Es habe heftige Gefechte gegeben, die bis zum Morgen andauerten, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Der Angriff im Norden der Stadt sei aber zurückgeschlagen worden. Am Morgen habe sich die Situation dann beruhigt, doch seien weiter vereinzelte Schusswechsel und Explosionen zu hören.

Die Peschmerga-Kämpfer beteiligten sich den Angaben zufolge noch nicht an den Gefechten. Auch neue Luftangriffe der US-geführten Militärkoalition auf IS-Stellungen habe es nicht gegeben.

Die syrischen Kurden hoffen, dass die kampferprobten Peschmerga eine Wende im Kampf gegen den IS herbeiführen können, der Kobane seit sechs Wochen belagert. Ein Kurdenvertreter erklärte, sie seien mit schweren Maschinengewehren und Panzerabwehrraketen bewaffnet. Die Kurden in Kobane waren den IS-Angreifern bisher waffentechnisch unterlegen.

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