Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Syrien-Konflikt: Rebellen fliehen aus Aleppo, Terroristen bleiben

Nur die Terroristen bleiben  

Syrische Rebellen fliehen aus Aleppo

18.11.2014, 13:41 Uhr | t-online.de, dpa, rtr

Syrien-Konflikt: Rebellen fliehen aus Aleppo, Terroristen bleiben. Es sieht düster aus für die gemäßigten syrischen Rebellen (Quelle: Reuters)

Es sieht düster aus für die gemäßigten syrischen Rebellen (Quelle: Reuters)

Gemäßigte Rebellen in Syrien haben nach einem türkischen Medienbericht die Verteidigung der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo aufgegeben. Rund 14.000 Kämpfer der vom Westen unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA) hätten sich aus Aleppo zurückgezogen, berichtete die angesehene Online-Zeitung "Radikal" unter Berufung auf hochrangige Sicherheitskreise in Ankara. Die türkische Regierung rechnet mit weiteren zwei Millionen Flüchtlingen, sollte Aleppo an die syrischen Regierungstruppen fallen.

Das bisher von Rebellen gehaltene Aleppo wird seit Wochen von der syrischen Armee eingekreist. Aleppo liegt nur rund 50 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Für den Aufstand der gemäßigten, nicht-extremistischen Kräfte gegen das Regime, der einst mit Demonstrationen für mehr Freiheit begann, wäre das ein Todesstoß. Aleppo ist zum Symbol für den Kampf gegen Assad geworden.

Laut "Radikal" hat die FSA auch die Kontrolle über einen wichtigen Grenzübergang zur Türkei westlich von Aleppo, Bab al-Haua, an die islamistische Miliz Ahrar al-Scham und andere radikale Gruppen verloren. Die syrische Luftwaffe und die Radikal-Islamisten bombardierten zuletzt immer wieder die wichtige Nachschubroute für die FSA.

Wo sind die Waffen?

Nach türkischen Erkenntnissen könnten westliche Waffen, die an die FSA geliefert wurden, islamistischen Gruppen wie der Nusra-Front in die Hände gefallen sein, die wie Ahrar al-Scham mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet ist. Von der türkischen Regierung lag dazu zunächst keine Stellungnahme vor.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte im türkischen Fernsehsender Kanal 24, Ankara rechne mit weiteren zwei Millionen Flüchtlingen, falls die syrische Armee das umkämpfte Aleppo erobern sollte. Bisher hat die Türkei rund 1,6 Millionen syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen.

27 Tote bei syrischen Luftangriff nördlich von Aleppo

Derweil sind bei Angriffen der syrischen Luftwaffe nördlich der Stadt Aleppo mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben im dem von der Terrormiliz IS beherrschten Ort Al-Bab 14 Menschen, als Hubschrauber Fassbomben abwarfen. Diese hätten in der Nähe einer Bäckerei und eines Restaurants eingeschlagen.

Oppositionsmedien berichteten zudem von Dutzenden Verletzten. Laut der Internetseite Zaman al-Wasl kamen bei der Bombardierung in Al-Bab auch mehrere Kämpfer des Islamischen Staates (IS) ums Leben. Bei einem weiteren Angriff auf Al-Kabr al-Inglisi ("Englisches Grab) nördlich von Aleppo wurden den Menschenrechtsbeobachtern zufolge 13 Menschen getötet.

Fassbomben haben eine besonders zerstörerische Wirkung, da sie breit streuen. Syriens Luftwaffe setzt sie regelmäßig ein, um ihre Gegner zu bombardieren. In den vergangenen Wochen hat sie ihre Angriffe mit Fassbomben verstärkt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal