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Sergej Lawrow: Westen will Regimewechsel in Russland

Kalter Krieg der Diplomaten  

"Westen will Regimewechsel in Russland"

23.11.2014, 11:33 Uhr | rtr

Sergej Lawrow: Westen will Regimewechsel in Russland. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat dem Westen vorgeworfen, er wolle durch die im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen einen Regimewechsel in Moskau erreichen. (Quelle: Reuters)

Sieht Russland ganz gezielter Attacken aus dem Westen ausgesetzt: Außenminister Sergej Lawrow (Quelle: Reuters)

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat dem Westen vorgeworfen, er wolle durch die Sanktionen, die in der Ukraine-Krise gegen Russland verhängt wurden, einen Regimewechsel erreichen. Mit den von der Nachrichtenagentur Tass veröffentlichten Äußerungen Lawrows gehen die Wortgefechte zwischen Politikern Russlands und der USA sowie der EU in die nächste Runde. Moskau sieht sich dabei ganz gezielter westlicher Attacken ausgesetzt.

"Was das Konzept hinter den Sanktionen betrifft, so zeigt der Westen, dass er nicht Russland zu einer Änderung seiner Politik bewegen will, sondern dass er einen Regimewechsel bewirken will", so der russische Außenminister auf einer Sitzung des nationalen Rates für Außen- und Sicherheitspolitik in Moskau.

Westen behandele selbst Iran und Nordkorea besser

Lawrow verwies auf Sanktionen des Westens gegen den Iran und Nordkorea, die seiner Auffassung nach so gestaltet seien, dass sie die Wirtschaft dieser Länder nicht beeinträchtigten. "Nun sagen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in westlichen Ländern, es müssten Sanktionen verhängt werden, die die Wirtschaft zerstören und öffentliche Proteste hervorrufen", sagte der Außenminister.

Sanktionen treffen Russlands Wirtschaft

Die USA und die EU haben Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt, die einigen der größten russischen Unternehmen und Banken den Zugang zu ausländischem Kapital verwehren sowie die Energie- und Rüstungsindustrie des Landes treffen. Außerdem wurden einige von Putins Verbündeten mit Reisebeschränkungen belegt und ihre Konten eingefroren.

Die Strafmaßnahmen schlagen auf die russische Wirtschaft durch und beschleunigen ihren Abschwung. Ohnehin macht der sinkende Rohölpreis dem Energieexporteur zu schaffen. Seit Jahresbeginn hat zudem der Rubel gegenüber dem Dollar fast 30 Prozent an Wert verloren.

Putin gegen "bunte Revolution" gewappnet

Erst am Donnerstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, Russland müsse sich gegen eine "bunte Revolution" wappnen. Er hatte damit auf die Orange Revolution im Nachbarland Ukraine und Massenkundgebungen in anderen früheren Sowjetrepubliken angespielt, die zu einem Umsturz geführt hatten.

Putin wirft dem Westen vor, hinter den monatelangen Massenprotesten in der Ukraine zu stecken, die im Februar zum Sturz des Russland-freundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch geführt hatten. Dagegen macht der Westen Russland für die Ukraine-Krise verantwortlich und hält der Führung in Moskau vor, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen sowie sein Nachbarland destabilisieren zu wollen.

US-Vize-Präsident Joe Biden nannte in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Russlands Verhalten inakzeptabel und forderte die Einhaltung der Anfang September ausgehandelten Waffenruhe sowie den Abzug russischer Soldaten aus der Ostukraine.

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