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Kobane: Kurden melden ersten IS-Angriff aus der Türkei

IS-Kämpfer beschießen Grenze  

Kurden: Kobane erstmals aus der Türkei angegriffen

30.11.2014, 09:43 Uhr | AFP , t-online.de , AP

Kobane: Kurden melden ersten IS-Angriff aus der Türkei. Beobachter schauen von der Türkei auf die umkämpfte Stadt Kobane (Quelle: dpa)

Beobachter schauen von der Türkei auf die umkämpfte Stadt Kobane (Quelle: dpa)

Ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll nach kurdischen Angaben die syrische Grenzstadt Kobane erstmals von türkischem Gebiet aus angegriffen haben. Er habe sich dann im Morgengrauen auf der syrischen Seite mit einem Auto in die Luft gesprengt, sagte Kurdensprecher Ismet Hassan am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Danach habe es heftige Kämpfe gegeben. Türkische Stellen dementieren das.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, der Attentäter habe den Grenzübergang von der türkischen Seite aus angegriffen. Das staatliche Pressebüro in der türkischen Nachbarstadt Suruc wies diesen Vorwurf jedoch zurück. Die Behauptung, der Attentäter sei aus der Türkei gekommen, sei "eine Lüge", hieß es.

Die heftigen Kämpfe zwischen beiden Seiten gehen indessen weiter, erklärten die Menschenrechtsbeobachter. Dabei seien 17 Extremisten und sieben Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten getötet worden. Die Extremisten hätten mehr als 110 Granaten auf die Stadt abgefeuert.

Türkei hält sich bislang zurück

Dschihadisten aus dem Ausland, auch aus Deutschland, wählen immer wieder den Weg über die Türkei, um nach Syrien zu gelangen. Die Türkei präsentierte sich im Kampf gegen den IS in Syrien bislang zurückhaltend. Ankara argumentiert, dass der Sturz von Syriens Machthaber Baschar al-Assad Grundvoraussetzung für alles andere sei. "Ohne dass dies geschieht, wird es unmöglich sein, den IS loszuwerden", hatte ein türkischer Regierungsvertreter in den vergangenen Tagen gesagt.

Ankara wolle eine "umfassende Strategie" für Syrien sehen, und zwar einen Plan für Assads Entmachtung. Die Türkei forderte als Bedingung für ein direktes Eingreifen eine entmilitarisierte Zone an der Grenze zu Syrien. Das wiederum lehnt der Westen mehrheitlich ab, weil solche Pufferzonen militärisch schwer zu sichern sind.

Kritiker hatten der Türkei in der Vergangenheit häufiger vorgehalten, sie unterstütze die IS-Terrormiliz. Einer der Vorwürfe lautet, die Regierung in Ankara hindere Extremisten nicht daran, die Grenze zu Syrien zu überqueren.

Die IS-Terrormiliz versucht seit Wochen, Kobane einzunehmen. Der Grenzübergang zur Türkei ist die einzige Verbindung der vor allem von Kurden bewohnten Stadt zur Außenwelt. Zuletzt war es den Verteidigern Kobanes gelungen, die Extremisten zurückzudrängen. Unterstützt werden die Kurden von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten.

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