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Ukraine gibt Entwarnung: Keine Radioaktivität bei Atomunfall

Keine Radioaktivität gemessen  

Vorfall in Atomkraftwerk in der Ukraine

03.12.2014, 14:47 Uhr | AFP, dpa, t-online.de, rtr

Ukraine gibt Entwarnung: Keine Radioaktivität bei Atomunfall. Der Vorfall hat sich wohl in diesem Kraftwerk in Saporoschje ereignet (Quelle: Website des Kraftwerks)

Der Vorfall hat sich wohl in diesem Kraftwerk in Saporoschje ereignet (Quelle: Website des Kraftwerks)

Im Südosten der Ukraine ist es nach Angaben von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk zu einem Vorfall in Europas größtem Atomkraftwerk gekommen. "Ich weiß, dass sich ein Zwischenfall in Saporoschje ereignet hat", sagte Jazenjuk. Laut Angaben des Energieministers Wolodimir Demtschischin bestehe jedoch keine Gefahr. Der Vorfall ereignete sich schon Ende November.

Der Minister sagte auf einer Pressekonferenz, dass es sich um ein beherrschbares Phänomen handelt und sich der Vorfall nicht im "nuklearen Bereich" abgespielt hat.

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums in Berlin sagte, man habe einen Verbindungsmann bei der Gesellschaft für Reaktorsicherheit in Kiew kontaktiert. Dieser habe unter Berufung auf die ukrainischen Aufsichtsbehörden berichtet, einen Atomunfall gebe es nicht.

Keine Radioaktivität gemessen

Nach Informationen des Ministeriums gab es einen Brand im nicht-nuklearen Teil der Anlage. Diese sei daraufhin am 28. November heruntergefahren worden.

Die AKW-Leitung hatte über die Abschaltung des dritten Blocks am Samstag informiert. Erhöhte Radioaktivität sei nicht gemessen worden. Es sei demnach geplant, den Reaktor in zwei Tagen wieder ans Netz zu nehmen.

Umweltschützer äußerten sich schon mehrfach besorgt über die Nähe des Ukraine-Konfliktes zu dem Atomkraftwerk. Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, forderte im Deutschlandradio Kultur, "dass atomare Anlagen, die so dicht an Kampfgebieten liegen, nicht laufen dürfen". Und sie schloss nicht aus, dass Kiew das wahre Ausmaß der Panne herunterspiele. Mit Blick auf Tschernobyl und Fukushima halte sie es "leider fast für normal", dass bei "eventuell schwerwiegenden Fällen meistens zu spät informiert wird".

Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital sagte dem Nachrichtensender n-tv, er gehe "nicht davon aus, dass dieser Unfall jetzt eskalieren wird". Die lebenswichtigen Funktionen der Anlage seien weiter in Takt. Gleichwohl sei es "vielleicht zu früh zu sagen, dass der Nuklearteil nicht betroffen ist".

Leistungsstärkstes Kernkraftwerk Europas

Laut der Nachrichtenagentur Interfax führt der Zwischenfall zur Verschärfung der ohnehin bereits vorhandenen Energie-Krise in der Ukraine. Saporoschje gilt als leistungsstärkstes Kernkraftwerk Europas und liegt rund 570 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Die Anlage war 1984 in Betrieb genommen worden und deckt rund ein Fünftel des Strombedarfs der gesamten Ukraine.

Die Ukraine war 1986 Schauplatz des größten Atomunfalls in der Geschichte, als es zur Katastrophe in Tschernobyl kam.

 (Quelle: Stepmap) (Quelle: Stepmap)

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