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Jemen: US-Reporter und Südafrikaner bei Befreiungsaktion getötet

Missglückte Befreiungsaktion  

US-Reporter und Südafrikaner im Jemen getötet

06.12.2014, 13:57 Uhr | dpa, AP

Jemen: US-Reporter und Südafrikaner bei Befreiungsaktion getötet. Der US-Fotojournalist Luke Somers (Quelle: dpa)

Der US-Fotojournalist Luke Somers wurde von seinen Entführern erschossen (Quelle: dpa)

Am Donnerstag drohte das Terrornetzwerk Al-Kaida damit, einen im Jemen entführten US-Journalisten zu töten. Die US-Armee versuchte danach, ihn zu befreien - eine Aktion mit fatalem Ausgang.

Bei einem Befreiungsversuch der US-Armee sind im Jemen ein entführter US-Journalist und eine südafrikanische Geisel ums Leben gekommen. Der aus dem Amt scheidende US-Verteidigungsminister Chuck Hagel bestätigte, Kämpfer des Terrornetzwerks Al-Kaida hätten den Reporter Luke Somers getötet. Das hatte der Sender CNN berichtet.

Obama: "Barbarischer Mord"

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen US-Offiziellen, der 33 Jahre alte Somers sei bei der Aktion in der Provinz Schabwa im Süden des Jemens von seinen Entführern angeschossen worden und auf dem Weg zu einem US-Militärschiff an seinen Verletzungen gestorben.

US-Präsident Barack Obama erklärte in einer Mitteilung, er habe die Befreiungsaktion am Freitag angeordnet, weil das Leben der US-Geisel in akuter Gefahr gewesen sei. Zugleich verurteilte er den "barbarischen Mord" an Somers scharf.

Somers' Schwester sagte, sie und ihr Vater hätten am frühen Morgen von der US-Bundespolizei FBI erfahren, dass ihr Bruder tot sei. "Wir bitten darum, dass alle Familienangehörigen von Luke in Frieden trauern dürfen", sagte sie.

"Mein Leben ist in Gefahr"

Al-Kaida hatte den 33-Jährigen vor mehr als einem Jahr in der Hauptstadt Sanaa entführt, wo er als freier Fotoreporter arbeitete. Am Donnerstag drohten die Extremisten in einem Internetvideo damit, ihn innerhalb von drei Tagen zu töten. Am Ende des Films musste sich Somers selbst äußern. "Ich bin sicher, dass mein Leben in Gefahr ist", sagte er.

Die Extremisten hätten bei der Aktion am Freitag auch eine zweite Geisel umgebracht. Nach Angaben der Hilfsorganisation Gift of the Givers aus Südafrika handelt es sich dabei um den südafrikanischen Lehrer Pierre Korkie.

Pierre Korkie war nach Medienberichten im Mai 2013 zusammen mit seiner Frau entführt worden. Für die Freilassung forderte Al-Kaida drei Millionen US-Dollar (2,4 Millionen Euro). Die Extremisten setzten die Ehegattin Anfang dieses Jahres nach Verhandlungen auf freien Fuß. Die Hilfsorganisation Gift of the Givers war an den Verhandlungen mit dem Terrornetzwerk beteiligt.

Ein Journalist aus Schabwa berichtete, bei der Befreiungsaktion habe es schwere Gefechte gegeben. Nach Angaben aus dem jemenitischen Verteidigungsministerium kamen dabei zehn Kämpfer von Al-Kaida ums Leben.

Erster Befreiungsversuch gescheitert

Die US-Regierung hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass ein erster Versuch zur Befreiung Somers gescheitert sei. Bei der Aktion seien Gefangene verschiedener Nationalitäten gefunden und gerettet worden, aber der vermisste US-Journalist sei nicht dabei gewesen, erklärten das Weiße Haus und das Pentagon.

Al-Kaida hat im Süden des Jemens seine Hochburgen. Die Gruppe wird mit mehreren gescheiterten Anschlägen auf US-Boden in Verbindung gebracht. Sicherheitskräfte des Landes und US-Armee gehen dort immer wieder gegen Dschihadisten vor. Die USA setzten regelmäßig Drohnen gegen die Extremisten ein.

Zuletzt wurden am Samstag bei einem mutmaßlichen US-Drohnenangriff im Süden des Landes neun mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder getötet. Ein Sicherheitsbeamter sagte, die Attacke habe einem mutmaßlichen Versteck von Extremisten in der Provinz Schabwa gegolten.

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