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Raif Badawi: Wird der Blogger-Fall in Saudi-Arabien neu aufgerollt?

Drakonische Strafe  

Blogger-Fall könnte neu aufgerollt werden

17.01.2015, 08:53 Uhr | dpa

Raif Badawi: Wird der Blogger-Fall in Saudi-Arabien neu aufgerollt?. Der Blogger Raif Badawi soll mit 1000 Stockschlägen bestraft werden. (Quelle: Privat / Amnesty International)

Der Blogger Raif Badawi soll mit 1000 Stockschlägen bestraft werden. (Quelle: Privat / Amnesty International)

Der Fall des zu 1000 Stockschlägen verurteilten islamischkritischen Bloggers Raif Badawi aus Saudi-Arabien wird möglicherweise neu aufgerollt. Zuvor war seine Strafe ausgesetzt worden - angeblich aus "medizinischen Gründen".

Das Büro des saudischen Königs Abdullah habe die Akte an das höchste Gericht verwiesen, sagte die Frau des Internetaktivisten, Ensaf Haidar. Das sei schon vor einem Monat geschehen.

Badawi war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockschlägen verurteilt worden, weil er den Islam beleidigt haben soll. Der Blogger hatte in seinem Internetforum unter anderem den Säkularismus gerühmt und Kritik an Saudi-Arabien geübt.

Nach massiven internationalen Protesten hat Saudi-Arabien die öffentliche Prügelstrafe für den Blogger zuvor ausgesetzt. Die geplante Bestrafung von Raif Badawi mit weiteren 50 Stockschlägen wurde nach Informationen von Amnesty International aus "medizinischen Gründen" vertagt.

Kritik auch aus Deutschland

Die ersten 50 Stockschläge hatte Badawi vergangene Woche nach dem Freitagsgebet vor einer Moschee in der saudischen Hafenstadt Dschidda erhalten. Nach Amnesty-Informationen kam ein Gefängnisarzt zu dem Schluss, dass die Wunden noch nicht ausreichend verheilt seien. Er habe deshalb empfohlen, die Bestrafung erst nächste Woche fortzusetzen. Ob noch andere Gründe hinter der Verschiebung stecken, ist noch unklar.

Neben Menschenrechtsorganisationen hatten auch viele westliche Regierungen das Vorgehen der saudischen Behörden kritisiert. Das Auswärtige Amt erklärte in Berlin: "Eine solche entsetzliche und grausame Strafe entspricht in keiner Weise unserem Verständnis von Menschenrechten."

Wachsender Einfluss des IS befürchtet

Das streng-religiöse Königreich gehört zu den wichtigsten Partnern des Westens in der Golfregion. Mit Sorge wird auch beobachtet, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Saudi-Arabien an Einfluss gewinnt. In dem Zwölf-Millionen-Einwohner-Land liegen die beiden heiligsten Stätten des Islam, die Kaaba in Mekka und die Ruhestätte des Propheten Mohammed in Medina.

Badawis Ehefrau verglich die Stockschläge mit den Anschlägen islamistischer Terroristen in Paris. Die Strafe ähnele dem Angriff auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" bei dem vergangene Woche zwölf Menschen getötet wurden, sagte sie. Haidar forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Saudi-Arabien auszuüben. Sie lebt mittlerweile in Kanada im Asyl. Kontakt zu ihrem Mann hatte sie seit zwei Wochen nicht mehr.

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