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Sicherheitsexperte: Kreml-Muskelspiele könnte zu Katastrophe führen

Sicherheitsexperte warnt  

Moskaus Muskelspiele könnten Katastrophe herbeiführen

01.02.2015, 08:01 Uhr | t-online.de, dpa

Sicherheitsexperte: Kreml-Muskelspiele könnte zu Katastrophe führen. Russische Kampfjets, die zur Einheit "Su-30 SM Sokoly Rossil" gehören, während einer Flugshow über dem sibirischen Krasnoyarsk. (Quelle: Reuters)

Russische Kampfjets, die zur Einheit "Su-30 SM Sokoly Rossil" gehören, während einer Flugshow über dem sibirischen Krasnoyarsk. (Quelle: Reuters)

Die Muskelspiele des russischen Militärs könnten nach Worten des Leiters der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, "möglicherweise katastrophal eskalierende Reaktionen auslösen". Eine solche Entwicklung könne schon durch die Fehleinschätzung nur eines einzigen Raketenoffiziers auf einem russischen Kriegsschiff auf der Ostsee oder eines Piloten in einem einzigen Kampfbomber über der Nordsee ausgelöst werden, warnte Ischinger im SWR-"Interview der Woche".

Nato-Kampfflugzeuge hatten im vergangenen Jahr mehr als 400 Mal russische Militärmaschinen abgefangen, die sich dem Luftraum der Allianz genähert haben.

Der Westen und Russland sollten deshalb Vereinbarungen über einen bestimmten Mindestabstand zwischen Schiffen und Flugzeugen beider Seiten von beispielsweise fünf oder zehn Kilometern treffen, schlug Ischinger vor.

Ukraine-Konflikt birgt Gefahren

Den Ukraine-Konflikt bezeichnete Ischinger als "die größte Krise europäischer Sicherheit seit dem Zerfall der Sowjetunion". Es müsse eine Lösung gefunden werden, die es sowohl der prowestlichen Führung in Kiew wie auch dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erlaube, einen Gesichtsverlust zu vermeiden.

Der Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, nach einem Ende des Ukraine-Krieges einen gemeinsamen Handelsraum mit Russland zu vereinbaren, könne eine solche Entwicklung begünstigen, sagte Ischinger. Es gehe nicht darum, Russland abzustrafen, sondern durch die Sanktionen des Westens Anreize zu schaffen, dass Russland bei der Beendigung des Konflikts in der Ukraine mithelfe.

Moskau will Truppenstärke vergrößern

Russland hatte angekündigt, seine Truppen als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in strategisch wichtigen Regionen des Landes verstärken zu wollen. Auslöser für diese Pläne sei die militärische und politische Situation rund um Russland, hatte die Nachrichtenagentur Tass Aussagen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu bei einer Tagung in seinem Ministerium zitiert.

Zuletzt hatte Wladimir Putins strategischer Berater für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Zukunft in der internationalen Politik gehört wieder den großen Reichen, ließ Alexander Dugin in diversen Interviews verlautbaren.

Eurasische Union mit Großmacht Russland an der Spitze

In Dugins zukünftiger Weltordnung sind nur Großreiche langfristig überlebensfähig, dominiert von einem Gegensatz zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Der 53-Jährige gilt als Vordenker der auch von Putin anvisierten "Eurasischen Union", die Russland wieder zur Supermacht machen soll und dem US-geführten Reich im Westen trotzen kann.

Als dritte Kraft in dieser tripolaren Ordnung kommt ein westlich orientiertes "Europa" hinzu, das von Deutschland angeführt werde. Für die kleinen Staaten Mittelosteuropas ist da kein Platz, auch nicht für das neutrale Österreich, das kein Nato-Mitglied ist. Nach den Vorstellungen des Chef-Ideologen im Kreml und Politikwissenschaftlers soll das Land ebenso wie Serbien, Rumänien, die Slowakei und Ungarn in einem "Mächtigen Osteuropäischen Reich" aufgehen.

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