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Erinnerung an Maidan-Aufstand: Putin-Anhänger verhöhnen Gedenken der Ukrainer

Erinnerung an Maidan-Aufstand  

Putin-Anhänger verhöhnen Gedenken der Ukrainer

21.02.2015, 17:16 Uhr | Spiegel Online, dpa, t-online.de

Erinnerung an Maidan-Aufstand: Putin-Anhänger verhöhnen Gedenken der Ukrainer. In Moskau versammeln sich Putin-Anhänger zu einer Anti-Maidan-Kundgebung. (Quelle: AP/dpa)

In Moskau versammeln sich Putin-Anhänger zu einer Anti-Maidan-Kundgebung. (Quelle: AP/dpa)

In Kiew gedenken in diesen Tagen tausende Ukrainer sowie Staatsgäste aus aller Welt der Opfer des Maidan-Aufstands vor einem Jahr. Etwa 100 Menschen waren damals bei den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften ums Leben gekommen. "Der Kampf für das Recht, in einem echten europäischen Land zu leben, begann auf dem Maidan und hält bis heute im Donbass an", betonte Präsident Petro Poroschenko am Samstag bei der zentralen Feier auf dem Unabhängigkeitsplatz in der Hauptstadt.

Am 21.2.2015 jährte sich der Sturz des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch zum ersten Mal.

Während in Kiew die Menschen die Opfer des Aufstands würdigten, versammelten sich in Moskau Putin-Anhänger zu einer Anti-Maidan-Kundgebung und verhöhnten das Gedenken des Nachbarn. Auf einem Plakat war die Parole zu lesen: "Der Maidan ist eine Krankheit. Wir werden sie behandeln."

Viele Demonstranten schwenkten russische Flaggen und trugen das orange-schwarze Sankt-Georgs-Band, das auch die Separatisten in der Ostukraine als Erkennungszeichen nutzen. Eine ältere Frau hielt ein Schild in die Höhe: "Putinismus für immer." Auf einem anderen Spruchband stand: "Ami, geh nach Hause - und nimm den Maidan mit." Fernsehberichten zufolge gab es ähnliche Kundgebungen auch in anderen russischen Städten.

Kreml-kritischen Medien zufolge war in Betrieben und Schulen Druck zu einer Teilnahme ausgeübt worden. Die russische Opposition wertet die Versammlung auch als "Einschüchterungsversuch". Die Bevölkerung solle damit vor den "blutigen Folgen eines Machtwechsels" gewarnt werden.

Druck auf prowestliche Opposition

In der Anti-Maidan-Bewegung haben sich patriotische Biker-Clubs, Kosaken, Sportler und Veteranen der Kriege in Afghanistan und Tschetschenien zusammengeschlossen. Ihr Anführer Nikolai Starikow warnte die prowestliche Opposition, auch in Russland einen Umsturz anzuzetteln. "Versucht es erst gar nicht", drohte er im russischen Fernsehen. "Unternehmt keinerlei Versuche, in Russland für Ärger zu sorgen."

Auch der geschasste Präsident meldete sich zu Wort: In einem Interview rief Janukowitsch die Führung in Kiew zu direkten Gesprächen mit den Separatisten auf. Die Regierung müsse den Aufständischen eine großzügige Selbstverwaltung garantieren, sagte der Ex-Staatschef in seinem russischen Exil dem TV-Sender "Rossija-1". Er warf dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko indirekt vor, "Gesetzlosigkeit und Ungerechtigkeit" in der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik verbreitet zu haben.

"Der Westen wollte diesen Wechsel, nun soll er auch für die Folgen haften", so Janukowitsch.

Gauck fliegt nach Kiew

Am Sonntag erwartet Poroschenko Bundespräsident Joachim Gauck in Kiew. Mit anderen Staatschefs etwa aus Polen und dem Baltikum wolle Gauck dort an einer Solidaritätskundgebung für eine proeuropäische Ukraine teilnehmen, teilte das Präsidialamt mit.

Die Waffenruhe in der Ostukraine ist weiterhin brüchig. Die Konfliktparteien im Donbass warfen sich erneut gegenseitige Angriffe vor. Zur Umsetzung des in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarten Friedensplans treffen sich am Dienstag in Paris die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine.

Kerry macht Putin verantwortlich

US-Außenminister Kerry und dessen britischer Amtskollege Hammond machten Moskau für die anhaltenden Kämpfe verantwortlich. "Russland hat sich in den letzten Tagen an einem absolut feigen und zynischen Prozess beteiligt", sagte Kerry und kündigte an, mit Hammond über mögliche neue Sanktionen gegen Russland zu sprechen.

Kerry ging auch auf die Lage in Mariupol ein, jener Küstenstadt, die zwischen dem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet im ukrainischen Donbass und der von Russland annektierten Krim liegt. Die ukrainische Führung fürchtet, die Rebellen könnten mit Hilfe von Russland versuchen, die Stadt einzunehmen.

Es wird angenommen, dass Moskau auch zu diesem Zweck militärische Ausrüstung in die Ostukraine transportiert. "Was im Hinblick auf Mariupol geschieht, ist schlicht inakzeptabel", sagte Kerry. Seine Botschaft an Putin sei: "Wir spielen dieses Spiel nicht mit."

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