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IS-Terror: Extremisten entführen 56 assyrische Christen

Schwere Kämpfe in Syrien  

IS-Extremisten entführen 56 assyrische Christen

24.02.2015, 11:18 Uhr | t-online.de, dpa, AP

IS-Terror: Extremisten entführen 56 assyrische Christen. Die Auseinandersetzungen zwischen Kurden (im Bild) und den Terroristen des IS im Nordosten Syriens gehen mit unverminderter Härte weiter. (Quelle: dpa)

Die Auseinandersetzungen zwischen Kurden (im Bild) und den Terroristen des IS im Nordosten Syriens gehen mit unverminderter Härte weiter. (Quelle: dpa)

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Nordosten Syriens mindestens 56 assyrische Christen entführt. Die Opfer seien nordwestlich der Stadt Al-Hassaka verschleppt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Abend. Zugleich gab es in der Region schwere Kämpfe zwischen IS-Extremisten und kurdischen Volksschutzeinheiten, die das Gebiet bislang beherrschen.

Über das weitere Schicksal der Entführten war zunächst nichts bekannt. Die assyrischen Christen machen etwa fünf Prozent der Bevölkerung Syriens aus.

Die Terrormiliz hatte am Morgen nordwestlich von Al-Hassaka Dörfer angegriffen und einige Gebiete eingenommen, in denen mehrheitlich assyrische Christen wohnen. Zahlreiche Menschen seien geflohen, so die Menschenrechtler.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Extremisten hätten sieben weitere Dörfer angegriffen und Hunderte Menschen in die Flucht getrieben.

Die von den USA geführte Anti-IS-Koalition bombardierte in Al-Hassaka am Sonntag Einheiten der Terrormiliz. Dabei seien zwei Fahrzeuge, ein Bunker und eine Kampfstellung zerstört worden, gab das US-Militär bekannt.

Tatbestand des Völkermords erfüllt

Am Sonntag hatten Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten südöstlich von Kamischli etwa 20 Dörfer besetzt. Am Montag kam es nach Angaben von Aktivisten erneut zu heftigen Kämpfen.

Der UN-Menschenrechtsrat hatte den IS-Extremisten in einem Bericht vorgeworfen, sie griffen systematisch Angehörige bestimmter ethnischer und religiöser Gruppierungen an, um sie zu vernichten. Dazu gehörten neben anderen Jesiden, Kurden, Turkmenen und Christen. Die Bluttaten der IS-Terrormiliz im Irak erfüllen nach Einschätzung der UN-Experten wahrscheinlich den Tatbestand des Völkermords.

Raketenbeschuss auf Gefängnis

Bei einer Explosion an einem Kontrollpunkt in der Hauptstadt Damaskus wurden laut der Agentur Sana sechs Menschen getötet. In der Gegend befindet sich ein schiitisches Heiligtum.

In einem syrischen Gefängnis am Rande der Hauptstadt schlug ebenfalls eine Rakete ein, tötete vier Menschen und verletzte 26 weitere. Die meisten Opfer seien Besucher von Häftlingen in der Anstalt Adra, die nach heftigen Kämpfen seit September wieder unter Kontrolle der syrischen Regierung ist, meldete Sana.

Der syrische Bürgerkrieg wütet seit 2011. Sowohl der IS als auch die gemäßigte Opposition wollen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad stürzen. Sie bekriegen sich aber auch untereinander. Dabei unterstützen die USA die Gemäßigten. Schätzungen zufolge sind mehr als 220.000 Menschen getötet worden, Millionen sind aus ihrer Heimat geflohen.

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