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Nemzow-Hauptzeugin Durizkaja erhält Morddrohungen

Polizeischutz für Durizkaja  

Nemzow-Hauptzeugin erhält Morddrohungen

06.03.2015, 19:54 Uhr | dpa

Nemzow-Hauptzeugin Durizkaja erhält Morddrohungen . Die Hauptzeugin im Mordfall Boris Nemzow, Anna Durizkaja, steht derzeit unter Personenschutz. (Quelle: AFP)

Die Hauptzeugin im Mordfall Boris Nemzow, Anna Durizkaja, steht derzeit unter Personenschutz. (Quelle: AFP)

Im Mordfall des russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow hat die ukrainische Polizei die Hauptzeugin Anna Durizkaja unter Personenschutz gestellt. Die Freundin des getöteten Kremlkritikers habe sich mit einer entsprechenden Bitte an die Behörden gewandt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew mit.

Ermittler würden intensiv nach dem Verfasser anonymer Morddrohungen suchen, die bei den Eltern der 23-Jährigen in Bila Zerkwa bei Kiew eingegangen seien. Generalstaatsanwalt Viktor Schokin übernahm die Kontrolle über die Untersuchungen.

Hat sie den Täter gesehen?

Durizkaja ging an der Seite Nemzows, als der Politiker am vergangenen Freitag in Moskau von hinten erschossen wurde. Der Täter entkam unerkannt. Ermittler sollen nach Aussagen der jungen Frau ein Phantombild erstellt haben, das die Polizei aber bisher nicht veröffentlichte. Russischen Zeitungen zufolge beschrieb Durizkaja den Mörder als etwa 1,70 bis 1,75 Meter großen Mann mit kurzen Haaren.

Hier beginnen die Widersprüche, denn in einem Interview des unabhängigen russischen Fernsehsenders Doschd sagte Durizkaja, sie habe Nemzows Angreifer nicht gesehen. "Ich drehte mich um und alles, was ich sah, war ein hellfarbenes Auto, als es weg fuhr".

Tagelang in Russland festgehalten

Durizkaja ist tagelang in Russland festgehalten und befragt worden. Erst in der Nacht zum 3. März konnte sie in ihr Heimatland zurückkehren. Ihr Anwalt Wadim Prochorow, der sie zurück in die Ukraine begleitete, sagte, seine Mandantin hätten die Fragen der Ermittler emotional ausgezehrt. "Sie hat eine vollständige und erschöpfende Schilderung ihrer letzten Stunden mit Boris abgegeben", sagte er.

Sollten weitere Ermittlungen angefordert werden, werde sie wie versprochen kooperieren. "Die Hauptsache ist, dass die Schuldigen verfolgt werden", fügte Prochorow hinzu.

Nemzow-Bericht soll erscheinen

Die Opposition kündigte an, dass ein Bericht Nemzows über die Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt ungeachtet der Bluttat erscheinen solle. Nemzow habe vor allem Beweise für die vom Kreml immer wieder bestrittene Anwesenheit russischer Soldaten im Kriegsgebiet Donbass gesammelt, sagte der Oppositionspolitiker Ilja Jaschin. Nemzows Anhänger vermuten, dass das Attentat die Veröffentlichung der Dokumente verhindern sollte.

Die russischen Fahnder schweigen weiter zum Stand der Ermittlungen in dem politischen Auftragsmord. Der Oppositionsführer Nemzow (55) gehörte zu den schärfsten Kritikern von Kremlchef Wladimir Putin.

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