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Ukraine-Krise: Helmut Schmidt warnt vor "heißem Krieg"

Ukraine-Krise  

Helmut Schmidt warnt vor "heißem Krieg"

12.03.2015, 18:40 Uhr | tom, t-online.de, dpa

Ukraine-Krise: Helmut Schmidt warnt vor "heißem Krieg". Altkanzler Helmut Schmidt zeigt Verständnis für die Haltung des russischen Präsidenten in der Ukraine-Krise. (Quelle: dpa)

Altkanzler Helmut Schmidt zeigt Verständnis für die Haltung des russischen Präsidenten in der Ukraine-Krise. (Quelle: dpa)

Altkanzler Helmut Schmidt hat sich für mehr Verständnis für Russland und Präsident Wladimir Putin ausgesprochen. Andernfalls sei "nicht völlig ausgeschlossen", dass aus dem Konflikt um die Ukraine "sogar ein heißer Krieg wird", sagte Schmidt der "Bild"-Zeitung.

Schmidt warb dafür, sich in Putins Lage zu versetzen. Die großen Sorgen des russischen Präsidenten gälten allerdings weniger der Ukraine, Polen oder Litauen, sondern den Nachbarn China, Pakistan und ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken, glaubt Schmidt. Angesichts dieser Lage sei Putin die Zukunft der Ukraine "weniger wichtig".

Die Gefahr eines "heißen Krieges" müsse nicht durch Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel oder den französischen Präsidenten Francois Hollande ausgelöst werden. Den Auslöser sieht der Altkanzler in der Vergangenheit: "Der Grundfehler wurde vor einem Vierteljahrhundert in Maastricht gemacht."

Russland in "Wild-West-Periode" überrumpelt

Dort seien die Grundsteine für die Ausdehnung der EU nach Osten gelegt worden, ohne Rücksicht auf Russland und die Geschichte. Schmidt führt aus: "Es wurde selbst Ländern wie der Ukraine oder dem fernen Georgien angeboten, sich der EU anzuschließen, Richtung Westen abzuwandern."

Das müsse in den Augen jedes nationalbewussten Russen eine Provokation darstellen. Russland sei von den Beschlüssen der EU zur Ost-Erweiterung Anfang der 90er Jahre in einer "Wild-West-Periode" unter dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin überrascht worden.

Putins Politik "aus der Geschichte verstehen"

"Das rächt sich heute", sagte Schmidt, denn Jelzins Nachfolger Putin habe Russland wieder internationale Beachtung verschafft. "Putins Politik muss uns nicht gefallen. Aber wir müssen sie aus der Geschichte verstehen und ernst nehmen."

Doch Schmidt wagt auch einen Blick in die fernere Zukunft: "Bis 2050 wird die Menschheit von heute über 7 auf über 9 Milliarden Menschen anwachsen. Und nur drei Regionen in der Welt werden in dieser Zeit schrumpfen: Europa, Russland und Japan. Das verschiebt die Gewichte der Macht auf dem ganzen Erdball."Russland und Europa sollten deshalb zusammenhalten, um weltpolitisch auch in den kommenden Jahrzehnten eine Rolle zu spielen."

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