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Rotkreuz-Konvois erreichen "Geisterstadt" im Jemen

Bürgerkrieg im Jemen  

Rotes Kreuz erreicht Hafenmetropole: "Aden ist eine Geisterstadt"

06.04.2015, 17:52 Uhr | dpa

Rotkreuz-Konvois erreichen "Geisterstadt" im Jemen. Die Kämpfe um die südjemenitische Metropole Aden haben eine humanitäre Krise ausgelöst. (Quelle: AP/dpa)

Zerstörung und menschenleere Straßen in der jemenitischen Hafenstadt Aden. (Quelle: AP/dpa)

Die Kämpfe um die südjemenitische Metropole Aden haben eine humanitäre Krise ausgelöst. Rotkreuz-Mitarbeiter sahen nach eigenen Angaben eine "Geisterstadt", in der sich keine Zivilisten zeigten. Und das Eingreifen Saudi-Arabiens mit Bombardierungen aus der Luft spitzt den Konflikt nur weiter zu.

Konvois des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erreichten erstmals die Hafenstadt Aden, teilte der Leiter der IKRK-Operationen in Nahost, Robert Mardini, mit. Krankenhäuser in den Stadtteilen Kraitar und Mualla erhielten dringend benötigte Medikamente und Hilfsgüter. "Aden ist eine Geisterstadt", schrieb Mardini im Kurznachrichtendienst Twitter. "Die Einwohner sind nirgendwo zu sehen und das Ausmaß der Zerstörung der Stadt wird immer offensichtlicher."

Mitte letzter Wochen hatten die schiitischen Huthi-Rebellen Aden fast vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Präsident Abded Rabbo Mansur Hadi floh daraufhin aus der Stadt. Gegen Wochenende gelang es örtlichen Milizen, die Hadi unterstützen, die Angreifer mit Hilfe der saudischen Luftangriffe zurückzuschlagen. Am Sonntag drangen die Huthis jedoch erneut in Gebiete im Zentrum von Aden vor.

Im Jemen kämpfen die Huthi-Rebellen aus dem Norden, die einer schiitischen Sekte angehören, gegen Regierungstruppen und Anhänger von Präsident Hadi. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Saudi-Arabien trägt Machtkampf mit Iran aus

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit knapp zwei Woche im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen.

Die Saudis sehen in der Miliz der schiitischen Sekte einen "Klienten" des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle. Experten halten diese Einschätzung für übertrieben. Teheran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.    

Auch Hauptstadt Sanaa heftig umkämpft

Bei einem saudischen Luftangriff gegen Ziele in der im Nordwesten gelegenen Hauptstadt Sanaa wurden zehn Menschen getötet, zum Großteil Angehörige einer einzigen Familie. Dutzende weitere erlitten Verletzungen, wie Anwohner im Vorort Hadschar Akasch berichteten.

Das Bombardement hatte einem nahen Camp der Huthi-Rebellen gegolten, die die Stadt mittlerweile vollständig kontrollieren. Eine Luft-Boden-Rakete verfehlte jedoch ihr Ziel und schlug in dem Wohngebiet ein, hieß es. Die Luftangriffe führen überall in der Stadt zu schweren Beeinträchtigungen des alltäglichen Lebens.

Der UN-Sicherheitsrat trat am Samstag zu einer dringlichen Sitzung zusammen, um den russischen Vorschlag einer humanitären Feuerpause zu erörtern. Das Gremium vertagte sich.

Al-Kaida-Kämpfer rücken vor

Im Windschatten des Konflikts zwischen den Huthis und den Hadi-Loyalisten gewinnt der jemenitische Ableger der Al-Kaida (AQAP) in den südöstlichen Landesteilen Oberwasser. Milizen des Terrornetzes, das sowohl gegen die Huthis als auch gegen den Präsidenten kämpft, eroberten unterdessen die Hafenstadt Mukalla im Südosten des zerstörten Landes. 

Bilder, die über Twitter verbreitet wurden, zeigten den örtlichen Al-Kaida-Führer Chalid Batarfi im Präsidentenpalast von Mukalla. Die Dschihadisten hatten ihn bei der Eroberung der Stadt aus dem Zentralgefängnis befreit, in dem er inhaftiert gewesen war.

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