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Ukraine-Krise: Nato erhöht Druck auf Russland

Druck auf Putin  

Nato verdoppelt schnelle Eingreiftruppe

24.06.2015, 08:42 Uhr | t-online.de, rtr

Ukraine-Krise: Nato erhöht Druck auf Russland. Nato-Soldaten proben auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe des polnischen Ortes Sagan den Ernstfall. (Quelle: dpa)

Nato-Soldaten proben auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe des polnischen Ortes Sagan den Ernstfall. (Quelle: dpa)

Der Westen setzt den russischen Präsidenten Wladimir Putin weiter unter Druck: Nachdem die USA angekündigt haben, schweres Gerät und Truppen in osteuropäischen Nato-Staaten zu stationieren, verdoppelt die Nato die Stärke ihrer schnellen Eingreiftruppe.

Abschreckungsmaßnahmen gegenüber Russland stehen im Zentrum des zweitägigen Nato-Verteidigungsministertreffens, das am Mittwoch in Brüssel beginnt. Künftig soll die schnelle Eingreiftruppe auf 30.000 bis 40.000 Soldaten zurückgreifen können, wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ankündigte.

Den Kern der Truppe bildet eine 5000 bis 7000 Soldaten starke Speerspitze, die der Nato-Gipfel im vergangenen September in Wales als Reaktion auf die neuen Spannungen mit Russland beschlossen hatte. Sie wird derzeit von Deutschland geführt.

Bei dem Treffen in Brüssel geht es auch darum, den Landstreitkräften nun Einheiten von Marine, Luftwaffe und Spezialkräften an die Seite zu stellen.

Die Soldaten der NATO Response Force (NRF) können im Krisenfall sehr viel schneller stationiert werden als herkömmliche Truppen. Insbesondere die Speerspitze soll Russland demonstrieren, dass die Nato ihre östlichen Bündnispartner nicht im Stich lässt. Dieses Jahr wird das neue Konzept getestet. 2016 soll die Speerspitze dann voll einsatzbereit sein.

Angesichts des russischen Vorgehens in der Ukraine sorgen sich mehrere osteuropäische Nato-Staaten um ihre Sicherheit und fordern eine stärkere Präsenz der Allianz.

"Vorübergehende" Stationierung

Washington hatte erklärt, die Ausrüstung für eine bewaffnete Kampfbrigade "vorübergehend" in den Nato-Staaten Mittel- und Osteuropas stationieren zu wollen.

Russland wiederum reagierte auf Berichte zu den Militärplänen der USA mit der Ankündigung, sein Atomwaffenarsenal ausbauen und bis zum Jahresende mehr als 40 neue Interkontinentalraketen für die Atomstreitkräfte des Landes anschaffen zu wollen.

Deutschland verfehlt zugesagten Wehretat

Bei dem Treffen der Nato-Minister will Stoltenberg die Mitgliedsstaaten auch an ihre Zusage von Wales erinnern, die Wehretats auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen. Nur fünf Bündnispartner erreichen dieses Ziel nach Einschätzung der Nato dieses Jahr. Deutschland ist trotz der geplanten Aufstockung seines Verteidigungsbudgets nicht darunter.

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