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Russland und Nato bereiten sich auf mögliche Konfrontation vor

Sicherheitsexperten warnen  

Moskau und Nato bereiten sich auf mögliche militärische Konfrontation vor

12.08.2015, 17:28 Uhr | dpa

Russland und Nato bereiten sich auf mögliche Konfrontation vor. 2013: Manöver Zapad von Russland und Weißrussland nahe Königsberg. (Quelle: Reuters)

2013: Manöver Zapad von Russland und Weißrussland nahe Königsberg. (Quelle: Reuters)

Der Ost-West-Konflikt scheint wieder aufzuleben - und er nimmt an Intensität zu. Experten warnen schon lange vor einer explosiven Situation. Jetzt spricht ein Autorenteam des European Leadership Network (ELN) in London offen aus, was viele insgeheim fürchten: Russland und die Nato bereiten sich aktiv auf eine mögliche militärische Konfrontation vor.

Die jüngsten Manöver zeigten, dass beide Seiten mit Blick auf die Fähigkeiten der jeweils anderen Seite trainierten - und vermutlich sogar mit Kriegsszenarien im Hinterkopf, so die Sicherheitsexperten des ELN in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse.

"Profil der Übungen hat sich verändert"

Die Organisation ist ein vor wenigen Jahren gegründetes Netzwerk bekannter Sicherheitspolitiker. Ihr Ziel ist eine atomwaffenfreie Zukunft. Eines der Mitglieder ist der frühere Bundesverteidigungsminister Volker Rühe.

Die Übungen gäben Anlass zur Sorge und trügen mit dazu bei, die durch den Ukraine-Konflikt entstandenen Spannungen in Europa aufrechtzuerhalten, so die Experten. Dazu kommt die Nato-Osterweiterung (siehe Grafik am Ende des Artikels), die Russland in den vergangenen Jahren immer wieder erzürnt und verunsichert hat.

"Wir behaupten nicht, dass die Führung einer Seite entschieden hätte, in den Krieg zu ziehen oder dass ein militärischer Konflikt unausweichlich wäre - aber dass es Tatsache ist, dass sich das Profil der Übungen verändert hat", schreiben die Sicherheitsexperten.

Auch wenn es von Beteiligten anders dargestellt werde, deuteten Art und Ausmaß von Manövern klar darauf hin, dass Russland sich "auf einen Konflikt mit der Nato" und die Nato sich "auf eine mögliche Auseinandersetzung mit Russland" vorbereite.

Nato-Sprecherin: "irreführend"

Die Nato dementierte die Ergebnisse der Autoren umgehend: Eine Sprecherin kritisierte, in der Analyse würden "in irreführender Weise" Nato-Manöver mit denen Russlands gleichgesetzt. Sie bezeichnete die Aktivitäten des westlichen Bündnisses als angemessene Reaktion auf die "zunehmende russische Aggressivität" und als defensiv.

"Die Nato sucht keine Konfrontation mit Russland", kommentierte die Sprecherin. Das Bündnis habe zwei Jahrzehnte lang versucht, mit Russland ein kooperatives Verhältnis aufzubauen. Nun aber habe Russland mit Gewalt Grenzen verändert. Das Land unterstütze die Separatisten in der Ukraine und drohe zudem damit, an Bündnisgrenzen Atomwaffen zu stationieren. Aus Moskau liegt keine Reaktion vor. Sie dürfte aber ähnlich ausfallen - zumindest offiziell.

Um folgenschwere Missverständnisse zu vermeiden, empfiehlt das Autorenteam des ELN, zumindest den Informationsaustausch über die Manöveraktivitäten zu intensivieren. Zudem müsse auf politischer Ebene fortlaufend eine Risiko-Nutzen-Analyse zu Übungen in Grenzgebieten erfolgen, heißt es.  (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

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