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Nordkorea und Südkorea beschießen sich gegenseitig

Propaganda führt zu Eskalation  

Nord- und Südkorea beschießen sich in Grenzgebiet

20.08.2015, 16:42 Uhr | dpa, AP, t-online.de

Nordkorea und Südkorea beschießen sich gegenseitig. An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea kommt es immer wieder zu Provokationen. (Quelle: dpa)

An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea kommt es immer wieder zu Provokationen. (Quelle: dpa)

Nordkorea hat Ernst gemacht: Vor Tagen hatte das Regime in Pjöngjang eine "radikale Militäraktion" als Reaktion auf Propaganda-Durchsagen der Südkoreaner an der Grenze angekündigt. Jetzt hat die nordkoreanische Armee am westlichen Teil der Grenze das Feuer eröffnet.

Nordkorea stellte nach Angaben aus Seoul ein Ultimatum. Demnach soll Südkorea seine Propaganda-Durchsagen entlang der entmilitarisierten Zone (DMZ) innerhalb von 48 Stunden einstellen, ansonsten drohten militärische Aktionen.

Wie Medien berichteten, hatte das Geschoss aus Nordkorea vermutlich auf Lautsprecheranlagen in der entmilitarisierten Zone gezielt. Das Verteidigungsministerium in Seoul erklärte später, die südkoreanische Armee habe mit schwerer Artillerie zurückgeschossen. Sie habe Dutzende 155-Millimeter-Granaten auf jene Stelle gefeuert, von der das nordkoreanische Projektil abgeschossen worden sei. Nordkorea reagiert in der Regel sehr empfindlich auf Kritik am Regime von Kim Jong Un.

Anwohner sollen Schutzräume aufsuchen

Berichte über Verletzte gab es nicht. Südkorea rief die Anwohner im Grenzort Yonchon sowie anderen grenznahen Gebieten auf, sich in Schutzräume zu begeben. "Das Militär hat seine Verteidigungsbereitschaft erhöht und beobachtet genau die Bewegungen der nordkoreanischen Streitkräfte", erklärte das Verteidigungsministerium.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye habe bei einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrats das Militär aufgerufen, mit harten Maßnahmen gegen nordkoreanische Provokationen zu reagieren, sagte ein Sprecher des Präsidialamts.

Auslöser der südkoreanischen Propaganda-Aktion war eine Minenexplosion, bei der zwei südkoreanische Soldaten verstümmelt wurden. Südkorea wirft der nordkoreanischen Volksarmee vor, vor kurzem Antipersonenminen auf südlicher Seite der entmilitarisierten Zone vergraben zu haben. Das bestreitet Nordkorea.

Propaganda an der Grenze

In der vergangenen Woche hatte Südkorea als Reaktion zum ersten Mal seit elf Jahren wieder Lautsprecher Richtung Norden installiert und mit ihnen Propaganda verbreitet. Nordkorea reagiert drohte daraufhin, die Lautsprecher zu beschießen. Am Montag stellte der Norden dann selbst an der Grenze Lautsprecher auf und beschallte den Süden mit Propaganda.

An der Landesgrenze oder Seegrenze zwischen beiden Staaten kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Im Oktober des vergangenen Jahres war es etwa zwischen Grenzposten beider Länder zu einem Feuerwechsel gekommen. Nordkorea fühlte sich offenbar durch eine Propaganda-Flugblattaktion südkoreanischer Aktivisten provoziert.

Zur angespannten Lage zwischen Nord und Südkorea trägt zudem bei, dass Südkorea und die USA ihr jährliches gemeinsames Manöver abhalten. Der Norden bezeichnet die Militärübungen als Vorbereitungen auf einen Krieg.

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