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USA warnen Russland davor Syrien zu unterstützen

Russische Soldaten in Syrien?  

USA warnen Russland vor Unterstützung Assads

06.09.2015, 14:20 Uhr | rtr

USA warnen Russland davor Syrien zu unterstützen. US-Außenminister John Kerry (l.) warnt Russlands Präsidenten Wladimir Putin (r.) vor einem Syrien-Engagement (Archivbild Mai 2015). (Quelle: dpa)

US-Außenminister John Kerry (l.) warnt Russlands Präsidenten Wladimir Putin (r.) vor einem Syrien-Engagement (Archivbild Mai 2015). (Quelle: dpa)

Schürt neben dem Ukraine-Konflikt auch der Bürgerkrieg in Syrien den Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Russland? Washington warnt Moskau erstmals direkt vor einer militärischen Unterstützung für das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Eine Auseinandersetzung mit der internationalen Anti-IS-Koalition droht.

In einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow hat sich US-Außenminister John Kerry "besorgt" über die angeblichen Pläne Moskaus gezeigt, seine Präsenz in Syrien auszuweiten. Darüber hatte die "New York Times" berichet. Ein solcher Schritt könne den Konflikt im Land weiter eskalieren, sagte Kerry nach Angaben des State Department.

Kerry habe klar gemacht, "dass diese Aktionen, sollten solche Berichte akkurat sein, den Konflikt weiter eskalieren, zu einem größeren Verlust unschuldiger Menschenleben führen und die Flüchtlingsströme vergrößern könnten". Zudem bestünde das Risiko einer Konfrontation mit der internationalen Koalition im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS).

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US-Militärs rätseln über Moskaus Absichten

Der "New York Times" zufolge hat Russland ein militärisches Vorausteam nach Syrien entsandt. Außerdem seien auf einem Flugfeld nahe Latakia vorgefertigte Unterkünfte für Hunderte Menschen und eine mobile Flugkontrollstation angeliefert worden. Das lege nahe, dass Russland die Entsendung von Bodentruppen in Erwägung zieht. Die Zeitung berief sich dabei auf US-Geheimdienstanalysten. Russland habe zudem für den Monat September militärische Überflugrechte beantragt.

US-Offizielle seien sich nach eigenen Angaben über die Moskauer Absichten nicht im Klaren, schrieb das Blatt weiter. Nach ihrer Einschätzung könnte das Flugfeld aber für den Transport militärischer Güter für das Assad-Regime oder auch als Ausgangspunkt für russische Luftangriffe zur Unterstützung syrische Regierungstruppen dienen. Die vorgefertigten Unterkünfte könnten Raum für bis 1000 russische Militärberater und anderes Personal bieten.

Russlands Friedensabsichten infrage gestellt

Der Sprecher des US-Außenministeriums sagte ergänzend, wenn sich die Berichte bestätigten, "würde dies eine sehr ernste Verschiebung in der Bewegungsbahn des syrischen Konflikts bedeuten". Es würde infrage gestellt, inwieweit Russland wirklich einer friedlichen Lösung in Syrien verpflichtet sei. "Wir beobachten ihre Handlungen sehr sorgfältig."

Ein verstärktes Moskauer Militärengagement zugunsten des syrischen Präsidenten Assad könnte bedeuten, dass Russland genau jene moderaten Rebellen angreift, die von der Koalition als Verbündete im Kampf gegen den IS betrachtet werden. Wie es weiter hieß, vereinbarten beide Seiten, ihr Gespräch gegen Ende des Monats am Rande der UN-Vollversammlung in New York fortzusetzen.

Auch Israel berichtet über Russlands angeblichen Kampf gegen IS

Berichte über die angebliche Präsenz russischer Truppen in Syrien sind nicht neu. Israelische Medien hatten erst kürzlich berichtet, Moskau sei bereit, Militärflugzeuge zum Einsatz gegen den IS nach Syrien zu schicken. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte daraufhin gesagt, es sei "verfrüht", über eine Beteiligung russischer Soldaten am Kampf gegen die Terrormiliz zu sprechen.

Die USA fliegen an der Spitze einer Koalition Luftangriffe seit Monaten gegen die IS-Terrormilizen im Irak und Syrien.

Frankreich erwägt Luftangriffe

Frankreich erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, sich an diesen Luftschlägen zu beteiligen. Präsident Francois Hollande habe darüber mit seinem Verteidigungs-Stab beraten, berichtete die angesehene Tageszeitung "Le Monde" unter Berufung auf eine ungenannte hochrangige Quelle. Die Regierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und verwies darauf, dass Hollande sich dazu noch äußern werde.

Frankreich hatte sich als erstes Land der von den USA angeführten Allianz angeschlossen, die den IS im Norden des Irak aus der Luft bekämpft. Bislang hat die Regierung in Paris aber eine Ausdehnung des Einsatzes auf Syrien abgelehnt mit der Begründung, sie fürchte durch die Bekämpfung des IS eine Stärkung von Präsident Assad. Stattdessen versorgte Frankreich die sogenannte moderate Rebellengruppe mit Waffen für den Kampf gegen das Regime. Assad versucht seit 2011, Aufstände gegen seine Herrschaft niederzuschlagen.

Angesichts der Zehntausende nach Europa strömenden syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge, der ausbleibenden Erfolge im Kampf gegen den IS und der zunehmenden Präsenz Russlands in der Region deute sich nun ein Politikwechsel an, hieß es bei "Le Monde".

Das Bild zeigt angeblich russische Spezialeinheiten in Syrien in der Nähe von Homs.

Das Bild zeigt angeblich in Syrien stationierte russische Soldaten.


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