Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Erst Merkel, jetzt Erdogan: Plötzlich wird Assad wieder zum Gesprächspartner

Erst Merkel, jetzt Erdogan  

Plötzlich wird Assad wieder zum Gesprächspartner

24.09.2015, 18:03 Uhr | ckr mit Material von dpa

Erst Merkel, jetzt Erdogan: Plötzlich wird Assad wieder zum Gesprächspartner. Hat sich der Krieg für ihn gelohnt? Baschar al-Assad Ende 2014 beim Frontbesuch nahe Damaskus. (Quelle: dpa)

Hat sich der Krieg für ihn gelohnt? Baschar al-Assad Ende 2014 beim Frontbesuch nahe Damaskus. (Quelle: dpa)

Er hat Zehntausende auf dem Gewissen: Wie sein Vater Hafis lässt Baschar al-Assad Menschen bombardieren, erschießen oder zu Tode foltern. Doch seine mörderische Taktik scheint aufzugehen: Immer mehr westliche Politiker sehen ohne ihn keine Lösung des Konflikts - darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Tag für Tag sterben in Syrien rund 300 Menschen - viele davon fallen den skrupellosen Angriffen von Assads Truppen zum Opfer. Dennoch erscheint der Islamische Staat (IS), der Teile von Syrien und dem Irak erobert hat, dem Westen noch gefährlicher und unbesiegbarer. Das bringt Assad wieder ins Spiel: Nicht nur Moskau hofiert ihn immer stärker. Auch die Bundeskanzlerin sieht ihn plötzlich als Gesprächspartner an. Und noch erstaunlicher: Sogar sein Todfeind, der türkische Präsident Erdogan, scheint ihn nicht mehr kategorisch abzulehnen.

Er schließe eine Übergangslösung für Syrien unter Einschluss Assads nicht mehr kategorisch aus, so Erdogan am Donnerstag. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu sprach er in Istanbul vor Journalisten. Er könne sich einen Übergangsprozess mit oder ohne Assad vorstellen.

Keine Lösung für die Zukunft

Erdogan schränkte jedoch ein, niemand sehe eine Zukunft Syriens mit Assad. "Es ist nicht möglich, eine Person, einen Diktator zu akzeptieren, der den Tod von 300.000 bis 350.000 Bürgern verursacht hat", sagte er.

Bisher befürwortete die türkische Führung Assads Sturz und unterstützt mit Saudi-Arabien gemäßigte syrische Rebellen im Bürgerkrieg gegen die Regierung in Damaskus - lange Zeit allerdings auch den IS.

Merkel hatte für eine Lösung des Syrien-Konflikts am Morgen ebenfalls erstmals Gespräche mit Assad ins Spiel gebracht: "Es muss mit vielen Akteuren gesprochen werden, dazu gehört auch Assad", sagte sie beim EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise in Brüssel. Mit ihrer Forderung ist sie keineswegs allein.

Der CDU-Politikerin zufolge müssten aber auch weitere Akteure der Region wie der Iran oder Saudi-Arabien in solche Gespräche mit einbezogen werden. Die USA hingegen lehnen Gespräche mit Assad weiterhin strikt ab.

Erst Männerfreundschaft, dann Todfeinde

Der Bürgerkrieg in Syrien ist eine der Hauptursachen für die europäische Flüchtlingskrise. Millionen Menschen sind deshalb in den vergangenen Jahren in Nachbarländer wie die Türkei oder den Libanon geflohen. Angesichts der anhaltenden Gewalt in ihrer Heimat und der schlechten Versorgungslage in den überfüllten Flüchtlingslagern machen sich immer mehr Menschen Richtung Europa auf.

Erdogan und Assad verbindet eine sonderbare Geschichte: Vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien waren die Beziehungen zwischen dem Sunniten Erdogan und dem Alawiten Assad gut. Angesichts eines gemeinsamen Familienurlaubs in der Türkei war sogar schon von einer "Männerfreundschaft" die Rede.

Im Laufe der "Arabellion" machte sich Erdogan jedoch mehr und mehr zum Schutzherrn sunnitischer Aufständischer - seien es Demokraten oder Salafisten. Insofern hoffte er offenbar, Assad werde sich ebenso wie andere Diktatoren vor den demokratischen Protestierenden zurückziehen. Assad hielt jedoch stand. Unterstützt vom Iran und der schiitischen libanesischen Hisbollah-Miliz begann er seinen Krieg gegen das eigene Volk - und wurde für Erdogan zum Todfeind.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Bereit für den Sommer? Finde luftig, leichte Kleider
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe