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USA und Russland einigen sich auf Absprachen zu Luftraum über Syrien

Luftraum über Syrien  

USA und Russland einigen sich auf Absprachen

21.10.2015, 13:13 Uhr | dpa

USA und Russland einigen sich auf Absprachen zu Luftraum über Syrien. US-Maschinen werden für einen Angriff auf den Islamischen Staat in Syrien vorbereitet. (Quelle: Reuters)

US-Maschinen werden für einen Angriff auf den Islamischen Staat in Syrien vorbereitet. (Quelle: Reuters)

Die USA fliegen seit 2014 Luftangriffe in Syrien, seit Ende September sind auch die Russen dort mit Kampfflugzeugen unterwegs. Um Zwischenfälle zu vermeiden, haben sich die beiden Staaten nun mit einem schriftlichen Memorandum auf direkte militärische Absprachen geeinigt.

Teil des Papiers sei die Einigung auf einen "sicheren Abstand" zwischen Flugzeugen und Drohnen, sagte Pentagonsprecher Peter Cook. Konkrete Entfernungen nannte er nicht. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem "wichtigen Schritt".

Eine von den USA geführte Koalition fliegt in Syrien Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), muss dabei allerdings zukünftig auf die Unterstützung von Kanada verzichten. Inzwischen beschießen auch russische Kampfflugzeuge Ziele in dem Bürgerkriegsland - außerhalb der internationalen Koalition. Wie Kritiker bemängeln, richten sie sich nur selten gegen den IS.

Cook sagte, für den Fall, dass Piloten in der Luft nicht direkt miteinander sprechen könnten, gebe es am Boden einen weiteren Kommunikationskanal. Das Dokument sei auf Bitten der Russen nicht veröffentlicht worden.

"Eine Handvoll Fälle" über dem syrischen Luftraum 

Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow sagte, der Text sei "präzise abgestimmt" worden. "Wir hoffen, dass dieses Dokument für die Luftstreitkräfte aller Länder der Anti-IS-Koalition gelten wird. Die USA haben sich verpflichtet, die Regeln an alle ihre Partner weiterzugeben, die in Syrien operieren", meinte der Offizier nach Angaben der Agentur Interfax.

Cook zufolge gab es bislang eine "Handvoll" Fälle im Luftraum über Syrien, die Washington als unsicher einstufte. CNN berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Pentagon, dass ein russischer Kampfjet sich einem US-Flugzeug auf 150 Meter genähert habe. In einem weiteren Fall habe die Entfernung einer russischen Maschine zu zwei US-Maschinen weniger als 500 Meter betragen.

Dramatische Zustände nahe Aleppo

Die russischen Luftangriffe, die eine Bodenoffensive des syrischen Regimes unterstützen sollen, haben im Norden des Landes eine neue Massenflucht ausgelöst. Etwa 35.000 Menschen hätten ihre Heimatorte südlich der Stadt Aleppo verlassen, sagte eine Sprecherin des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA). 

Regimegegner berichten von dramatischen Zuständen. "Die Menschen schlafen mit ihren Kindern seit zwei Tagen unter freiem Himmel", sagte der Aktivist Firas al-Halabi. Ihnen fehle das Nötigste. "Sie haben ihre Häuser nur mit ihren Kleidern am Leib verlassen." Saidun al-Soabi, Leiter einer oppositionellen Hilfsorganisation, bezifferte die Zahl der Flüchtlinge sogar auf 70.000 bis 100.000. "Das ist eine humanitäre Katastrophe", sagte er. Viele Flüchtlinge des syrischen Bürgerkrieges haben sich auf den Weg nach Westeuropa gemacht.

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