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Irak: USA und Kurden retten 69 IS-Geiseln kurz vor Hinrichtung

Dramatische Befreiungsaktion im Irak  

USA und Kurden retten 69 IS-Gefangene kurz vor der Hinrichtung

23.10.2015, 10:19 Uhr | ckr mit Material von AP/Reuters

Irak: USA und Kurden retten 69 IS-Geiseln kurz vor Hinrichtung. Spektakuläre Rettungsaktion: Amerikaner und Kurden rücken auf Hawidscha vor. (Quelle: Screenshot: CNN)

Spektakuläre Rettungsaktion: Amerikaner und Kurden rücken auf Hawidscha vor. (Quelle: Screenshot: CNN)

Es dürfte einer der spektakulärsten Einsätze im Krieg gegen den IS gewesen sein: Am Donnerstagmorgen haben US-Spezialeinheiten gemeinsam mit kurdischen Kämpfern ein Dorf des Islamischen Staates (IS) gestürmt - kurz vor einer Massenhinrichtung. Dabei kam erstmals seit 2011 ein US-Soldat im Irak ums Leben.

Laut dem britischen „Guardian“ war es gegen 4 Uhr morgens, als Amerikaner und Kurden mit Chinook–Transporthubschraubern nahe dem Dorf Hawidscha landeten und das IS-Lager angriffen. Kampfjets hatten eine Stunde zuvor die Straßen rund um das Dorf nahe der Kurdenstadt Kirkuk bombardiert, um den Nachschub an IS-Kämpfern abzuschneiden.

Auch IS-Kämpfer unter Delinquenten

In dem provisorischen Gefängnis des IS – einem Schulgebäude - waren zu dieser Zeit 69 arabische Gefangene. Wie der Guardian berichtet, handelte es sich um etwa 20 irakische Soldaten und Polizisten. Die anderen waren wohl Zivilisten.

Einige der Befreiten sollen IS-Kämpfer gewesen sein, denen ihre Kameraden Spionage vorwarfen.

Befreiungsaktion kam kurz vor der Exekution

Offenbar hatte der kurdische Geheimdienst Wind davon bekommen, dass die Häftlinge an diesem Morgen getötet werden sollten und die Amerikaner um Hilfe gebeten. Nach Aussage der Gefangenen hatten ihnen die IS-Wachen gesagt, sie würden nach dem Morgengebet hingerichtet.

Das Morgengebet findet kurz vor Sonnenaufgang statt. Die Befreiungsaktion um 4 Uhr morgens kam also nur knapp eine Stunde vor der geplanten Hinrichtung.

Ein weiteres Ziel der Angreifer war der IS-Anführer Nima Arbid Nayif al-Dschaburi, bekannt unter seinem Kriegsnamen Abu Fatima. Der war aber offensichtlich gerade nicht da.

Bis zu 20 IS-Kämpfer getötet

Fünf IS-Kämpfer seien gefangen genommen und einige getötet worden, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook am Donnerstag, ohne eine Zahl zu nennen. Die Nachrichtenagentur AP will aus dem Verteidigungsministerium erfahren haben, dass es mehr als zehn waren. Die kurdische Regierung erklärte, es seien mehr als 20 gewesen.

Unter anderem wurden nach Angaben Cooks auch wertvolle Informationen über den IS sichergestellt.

Wie der US-Soldat ums Leben kam, ist unklar. Cook sagte, er sei während der Mission verwundet worden und später gestorben. Ein Militärvertreter sagte, er sei bei einem Feuergefecht vor Ort angeschossen worden. Auch vier kurdische Peschmerga wurden verletzt.

Es ist nicht bekannt, dass US-Soldaten seit ihrem Abzug aus dem Irak 2011 jemals direkten Feindkontakt mit IS-Kämpfern am Boden hatten. Bei der Mission gegen den IS berät und bildet das US-Militär irakische und kurdische Verbündete aus und führt Luftangriffe auf IS-Stellungen durch.

Eigentlich verfolgen die USA seit dem Rückzug aus dem Irak die Devise "no boots on the ground" - in etwa: keine Feindberührung am Boden. Cook sagte jedoch, der Angriff sei wegen der unmittelbar bevorstehenden Massenhinrichtung ein begründeter Ausnahmefall gewesen.

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