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Nordkorea: Nukleare Abschreckung wegen Saddam und Gaddafi

Skurrile Erklärung aus Nordkorea  

Nukleare Abschreckung wegen Saddam und Gaddafi

09.01.2016, 14:04 Uhr | AFP, rtr, t-online.de

Nordkorea: Nukleare Abschreckung wegen Saddam und Gaddafi. Der nordkoreanische Diktator ausgelassen bei Tests von Unterwasserwaffen im vergangenen Jahr. (Quelle: Reuters)

Der nordkoreanische Diktator ausgelassen bei Tests von Unterwasserwaffen im vergangenen Jahr. (Quelle: Reuters)

Nordkorea hat seine jüngsten Atombombentests überraschend mit den Schicksalen der getöteten Diktatoren Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi begründet. Schließlich hätten die langjährigen Machthaber im Irak und in Libyen der "Zerstörung" nicht entkommen können, nachdem ihnen "die Basis für nukleare Entwicklung" genommen worden sei.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA erläuterte, die Geschichte habe bewiesen, dass "kraftvolle nukleare Abschreckung als das stärkste Schwert dient, um Aggression von außen zu verhindern". Von Pjöngjang zu fordern, seine Atomwaffen aufzugeben sei genauso sinnlos wie "der Wunsch, den Himmel herunterfallen zu sehen".

Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi hatten beide unter internationalem Druck ihre Atomwaffenprogramme aufgeben müssen. Nach dem Irak-Krieg von 2003 wurde Hussein Ende 2006 in der Nähe von Bagdad erhängt. Gaddafi wurde 2011 von Rebellen getötet, nachdem im gleichen Jahr in Libyen der Bürgerkrieg ausgebrochen war.

Propaganda-Chef warnt vor Krieg

Südkorea habe als Reaktion auf die Atomtests am Freitag die Propagandabeschallung des Nachbarlandes wieder aufgenommen, erklärte Kim Ki Nam, Chef der Propaganda-Abteilung der regierenden Arbeiterpartei, über KCNA. Zudem habe der Süden mit Washington über die Entsendung hochmoderner atomwaffenfähiger Kampfjets nach Südkorea gesprochen. All das bringe die koreanische Halbinsel an den "Rand des Krieges".

Formal befinden sich Süd- und Nordkorea ohnehin im Kriegszustand: Die beiden Länder hatten nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 nie einen Friedensvertrag geschlossen. Pjöngjang droht immer wieder mit Angriffen auf Südkorea und die USA.

Zweifel an nordkoreanischer Wasserstoffbombe

Am Mittwoch hatte Nordkorea verkündet, erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet zu haben, und damit international Empörung ausgelöst. Atomexperten und die US-Regierung bezweifeln allerdings, dass es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte. Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomtests vorgenommen. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte nach jedem Test die Sanktionen.

Derweil veröffentlichte Nordkorea Videoauszüge, die angeblich einen neuen Raketentest zeigen. Auf den vom Staatsfernsehen ausgestrahlten undatierten Bildern ist der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un in Wintermantel und Hut auf einem U-Boot zu sehen. Er schaut zu, wie eine Rakete unter Wasser abgeschossen und in der Luft gezündet wird. Südkoreanische Medien vermuteten jedoch, dass es sich um eine Montage aus Aufnahmen eines Raketentests von vergangenem Monat sowie eines Tests von 2014 handelt.

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