Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Massive Luftangriffe bei Aleppo lösen neue Flüchtlingswelle aus

Massive Luftschläge in Syrien  

Zehntausende syrische Flüchtlinge an Grenze zur Türkei

06.02.2016, 14:39 Uhr | AP

Massive Luftangriffe bei Aleppo lösen neue Flüchtlingswelle aus . Tausende Syrer fliehen vor den massiven Luftangriffen Russlands auf Aleppo - hier nahe dem Grenzübergang zur Türkei bei Bab al-Salam. (Quelle: AFP)

Tausende Syrer fliehen vor den massiven Luftangriffen Russlands auf Aleppo - hier nahe dem Grenzübergang zur Türkei bei Bab al-Salam. (Quelle: AFP)

Die jüngste Offensive der Regierungstruppen und massive russische Luftangriffe bei Aleppo haben Zehntausende Menschen aus Syrien an die Grenze zur Türkei getrieben. Dort bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an.

Laut der türkischen Hilfsorganisation IHH trafen allein am Übergang Bab al-Salam bereits 50.000 Zivilisten ein. Die Vereinten Nationen meldeten, bis zu 20.000 hätten sich dort versammelt. 5000 bis 20.000 weitere hätten die Stadt Asas erreicht, 10.000 den Ort Afrin, sagte Sprecher Farhan Haq.

Ankara will humanitäre Hilfe leisten - in Syrien

Angesichts des Ansturms der Flüchtlinge an der Grenze erhöhten die türkischen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen an den Übergängen. 

Die IHH errichtete auf der syrischen Seite der Grenze Zelte für die Menschen. Zudem betreibt sie zehn Lager für Vertriebene. Ankara kündigte humanitäre Hilfe für die Vertriebenen an, vor allem Lebensmittel und Notunterkünfte.

US-Außenminister erhebt Vorwürfe gegen Russland

Das Weiße Haus zeigte sich tief besorgt wegen der Eskalation der Kämpfe. US-Außenminister John Kerry erhob zudem schwere Vorwürfe gegen Moskau. Mit der jüngsten Offensive habe Russland gegen die UN-Sicherheitsresolution vom Dezember verstoßen. Darin werde ausdrücklich der sofortige Zugang in alle Gebiete Syriens und die Einstellung von Artillerie- und Luftbombardements auf die Zivilbevölkerung gefordert, sagte Kerry.

Unterstützt von russischen Kampfjets erzielen die syrischen Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Milizen derzeit an zwei Fronten des Bürgerkriegs Erfolge: Am Freitag eroberten sie mit Ratjan ein weiteres Dorf bei Aleppo und kamen damit der Umzingelung der Großstadt näher. 

Im Südwesten eroberten sie die Stadt Atman und öffneten so Nachschublinien in die umkämpfte Stadt Daraa. Über die militärischen Erfolge berichteten sowohl staatliche Medien als auch die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Kerry fordert Zugangsgewährung

Kerry warf Russland zudem vor, wenig präzise Bomben bei den Luftangriffen einzusetzen, die viele Zivilisten getötet hätten - darunter auch Frauen und Kinder. Er warf Russland vor, auch Krankenhäuser und Rettungskräfte anzugreifen. "Das muss aufhören", sagte Kerry.

Er fügte jedoch hinzu: "Das wird aber nicht vom Gejammer darüber aufhören. Es wird nicht aufhören, indem man vom Verhandlungstisch weggeht und sich nicht engagiert."

Alle Konfliktparteien müssten sich auf die Modalitäten für die Verhandlungen einigen und sich auch daran halten. Der Zugang müsse gewährt werden und ebenso ein Waffenstillstand. "Die nächsten Tage werden zeigen, ob es die Beteiligten ernst meinen oder nicht ernst meinen", sagte Kerry.

Friedensgespräche sollen fortgesetzt werden

Bei den UN in New York kündigte der russische Botschafter Witali Tschurkin neue Ideen zur Lösung des Konflikts an, die kommende Woche auf der Münchner Sicherheitskonferenz vorgetragen würden. Dazu gehörten Vorschläge zum Neustart der in Genf bis Ende des Monats ausgesetzten Friedensgespräche und eines Waffenstillstands.

Doch Frankreich UN-Botschafter François Delattre wandte ein, von der syrischen Opposition könne nicht erwartet werden, dass sie mit einer "Pistole an ihrem Kopf" verhandele. Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft sagte, Tschurkin sollte "in den Spiegel blicken und verstehen, bei wem die Verantwortung liegt". Tschurkin warf indes westlichen Staaten vor, die syrische Opposition zum Ausstieg aus den Gesprächen ermuntert zu haben.

US-Regierungssprecher Josh Earnest drückte seine Sorge über die Offensive bei Aleppo aus. "Es sieht nach einer schrecklichen humanitären Situation in Syrien aus und sie dürfte sich verschlimmern", mahnte er.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal