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Syrien: Türkei will Kurden im Norden weiter angreifen

Trotz aller Appelle  

Türkei will Kurden in Syrien weiter angreifen

14.02.2016, 22:21 Uhr | AFP, t-online.de

Syrien: Türkei will Kurden im Norden weiter angreifen. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat Angela Merkel in einem Telefonat erklärt, dass er auch weiterhin gegen die Kurden im Norden Syrien vorgehen will. (Quelle: AP/dpa)

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat Angela Merkel in einem Telefonat erklärt, dass er auch weiterhin gegen die Kurden im Norden Syrien vorgehen will. (Quelle: AP/dpa)

Trotz zahlreicher internationaler Appelle will die Türkei ihre jüngsten Angriffe auf kurdische Stellungen in Nordsyrien fortsetzen. Das kündigte der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu in einem Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, wie sein Büro mitteilte.

Demnach sagte Davutoglu, die Türkei werde es nicht zulassen, dass die kurdische Partei Demokratische Union (PYD) aggressiv vorgehe.

Der türkische Ministerpräsident warnte Merkel vor einer neuen "neuen Welle hunderttausender Flüchtlinge" aus Syrien aufgrund des Vormarsches kurdischer Kämpfer. 

Unterstützung durch Russland?

Davutoglu behauptete Merkel gegenüber, dass die kurdischen Kämpfer in Syrien mit russischer Unterstützung vorgerückt seien. Dabei stehen die Kurden in Syrien dem Assad-Regime mit dem Moskau verbündet ist, feindlich gegenüber. Zwischen Russland und der Türkei herrschen starke Spannungen, seitdem Ankara einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet abgeschossen hat.

Ziel der Kurden sei es, so Davutoglu, "hunderttausende syrischer Zivilisten" in der Grenzregion in die Flucht zu treiben und eine "neue humanitäre Krise" auszulösen, die nicht nur die Türkei, sondern auch die EU betreffen würde.

"Unsere Sicherheitskräfte haben die notwendige Antwort gegeben und werden dies weiter tun", sagte Davutoglu demnach zu Merkel. Die USA und Frankreich haben die Türkei zuvor aufgerufen, die Angriffe auf kurdische Stellungen in Nordsyrien zu beenden. 

Ankara fürchtet Kurdenstaat

Die PYD und ihr bewaffneter Arm, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), kontrollieren große Teile der kurdischen Siedlungsgebiete im Norden Syriens. Ankara befürchtet ein weiteres Erstarken der Kurden in Syrien und womöglich die Ausrufung eines autonomen Kurdenstaates an der türkischen Grenze.

Für Ankara ist die YPG ein Ableger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die in der Türkei gegen den Staat und für mehr Autonomierechte der Kurden kämpft.

Für die westlichen Staaten hingegen sind die kurdischen Milizen in Syrien wichtige Verbündete im Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Washington unterstützt die PYD und die YPG militärisch, die in der Allianz Syrische Demokratische Kräfte mit arabischen Rebellen zusammengeschlossen ist.


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