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Sipri: Waffenexporte nach Indien und Saudi-Arabien florieren

Sipri-Bericht zum Waffenhandel  

Indien und Saudi-Arabien rüsten massiv auf

22.02.2016, 12:04 Uhr | dpa, AFP

Sipri: Waffenexporte nach Indien und Saudi-Arabien florieren. Saudi-Arabien hat in den letzten vier Jahren seine Rüstungsimporte um 275 Prozent gesteigert. (Quelle: Reuters)

Saudi-Arabien hat in den letzten vier Jahren seine Rüstungsimporte um 275 Prozent gesteigert. (Quelle: Reuters)

Der Mittlere Osten rüstet immer weiter auf. In Saudi-Arabien, Ägypten und weiteren Ländern  sind in den vergangenen vier Jahren deutlich mehr Rüstungsgüter importiert worden als zuvor. Insgesamt hat der weltweite Handel mit Waffen seit 2012 deutlich zugenommen. Das geht aus einem neuen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor. 

"Eine Koalition arabischer Staaten setzt vor allem aus den USA und Europa stammende Waffen im Jemen ein", sagte Sipri-Experte Pieter Wezeman. "Trotz der geringen Ölpreise sind weitere große Waffenlieferungen in den Mittleren Osten geplant." Die Region führte zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zu dem Zeitraum zwischen 2006 und 2010 fast zwei Drittel mehr Waffen ein.

Importe und Exporte explodieren

Saudi Arabien steigerte seine Importe in dieser Zeit um 275 Prozent. Dies ist insofern alarmierend, da den Saudis eine gewisse Nähe zur Terror-Miliz Islamischer Staat nachgesagt wird. Mit einem Weltmarktanteil von sieben Prozent ist das Land zweitgrößter Importeur nach Indien (14 Prozent) und vor China (4,7 Prozent). Angesichts der höheren Eigenproduktion fuhr die Volkrepublik ihre Waffenkäufe aus dem Ausland aber im untersuchten Zeitraum um ein Viertel zurück. "China erweitert seine militärischen Fähigkeiten mit importierten und im Inland produzierten Waffen weiter", sagte Sipri-Experte Siemon Wezeman laut einer Mitteilung.

Auch die weltweiten Waffenexporte des Landes schossen in die Höhe: Sie wuchsen dem Bericht zufolge um 88 Prozent. China steigerte seinen Weltmarktanteil damit auf knapp sechs Prozent. Deutschland verkaufte dagegen zwischen 2011 und 2015 nur noch in halb so großem Umfang Waffen ins Ausland wie von 2006 bis 2010.

Marktführer USA

Größter Exporteur blieben zwischen 2011 und 2015 mit Abstand die USA mit einem Weltmarktanteil von 33 Prozent, gefolgt von Russland (25 Prozent), China (5,9 Prozent), Frankreich (5,6 Prozent) und Deutschland (4,7 Prozent). Gemeinsam stehen die Länder für rund drei Viertel der internationalen Rüstungsexporte. "Während regionale Konflikte und Spannungen weiter ansteigen, bleiben die USA mit deutlichem Abstand führender weltweiter Waffenexporteur", sagte Sipri-Forscherin Aude Fleurant.

Große Empfänger sind neben Indien, Saudi Arabien und China auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar, die ihre Importe um 35 Prozent beziehungsweise 279 Prozent steigerten. Mit Hubschraubern, Verteidungssystemen, Tankern und Kampffliegern baue der Wüstenstaat sein Arsenal massiv aus, berichteten die Stockholmer Forscher.

Auch Ägypten rüstet auf

Unter anderem, weil die USA eine teilweise Aussetzung der Waffenlieferungen an Ägypten aufhoben, führte das Land im untersuchten Zeitraum 37 Prozent mehr Waffen ein. "2014 und 2015 unterzeichnete Ägypten mehrere große Deals für Waffen aus Frankreich, Deutschland und Russland", hieß es im Sipri-Bericht. Auf der anderen Seite des Roten Meers steigerte der Irak seine Rüstungsimporte um 83 Prozent. Indiens Nachbarn Pakistan, Bangladesh und Myanmar zählen derweil zu den Hauptempfängern von Chinas Waffenexporten.

In Afrika blieben Algerien und Marokko die größten Waffenimporteure: In die beiden Länder gehen über die Hälfte der Lieferungen auf dem Kontinent. Während die Importe in Algerien zurückgingen, wuchsen sie in Marokko. Trotz der vielen Konflikte in Afrika südlich der Saraha führten diese Staaten aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage nur wenige Waffen ein. Insgesamt stiegen die Importe afrikanischer Staaten um rund ein Fünftel. Auch global gesehen nahm der Waffenhandel zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zu dem Zeitraum zwischen 2006 und 2010 zu: Das Volumen stieg um 14 Prozent.

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