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UN schlägt Alarm: Tausende Syrer sind vom Hungertod bedroht

"Vorsätzliches Aushungern"  

UN schlagen Alarm: Tausende Syrer vom Hungertod bedroht

29.02.2016, 17:25 Uhr | AFP

UN schlägt Alarm: Tausende Syrer sind vom Hungertod bedroht. Hungernde Menschen aus Madaya nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus werden in einem Krankenhaus versorgt. (Quelle: dpa)

Hungernde Menschen aus Madaya nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus werden in einem Krankenhaus versorgt. (Quelle: dpa)

Voller Sorge blicken die Vereinten Nationen (UN) trotz Waffenruhe auf Syrien: Tausende Zivilisten seien in belagerten Gebieten vom Hungertod bedroht. Sie benötigen dringend humanitäre Hilfe.

In den Gegenden, in denen zuletzt fast eine halbe Million Menschen eingeschlossen gewesen seien, könnten Tausende sterben, sagte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Zeid Ra'ad al-Hussein in Genf. Dort war ein Treffen der Arbeitsgruppe zur Überwachung der seit Samstag geltenden Waffenruhe angesetzt.

Nahrungsmittel, Medikamente und andere dringend benötigte humanitäre Hilfsgüter für die eingekesselten Menschen wurden Zeid zufolge "wiederholt blockiert". Das "vorsätzliche Aushungern" von Menschen sei aber "als Mittel des Kriegs eindeutig verboten". Ebenso verboten seien Belagerungen.

Humanitäre Hilfe hängt von der Waffenruhe ab

Eine erste Hilfslieferung der UN seit Inkrafttreten der Waffenruhe in der Nacht zum Samstag traf unterdessen in der von Regierungstruppen eingekreisten Stadt Moadamijet al-Scham südlich von Damaskus ein. Wie der Rote Halbmond mitteilte, erreichten zehn Lastwagen mit Hilfsgütern wie Decken und Hygieneartikeln die Stadt.

Wenn die Waffenruhe andauert und infolgedessen mehr Güter die Hilfsbedürftigen erreichen, will der UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura die Konfliktparteien für den 7. März zu Friedensgesprächen einberufen.

Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Syrien, Yacoub El Hillo, sagte, es bestehe die Chance, in den kommenden fünf Tagen Hilfsgüter an zusätzliche 154.000 Menschen in von Regierungssoldaten und Rebellen belagerten Gebieten zu verteilen.

Feuerpause hält - mit Ausnahmen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte Reportern in Genf, im Großen und Ganzen halte die Waffenruhe - abgesehen von einigen Zwischenfällen. Die von den USA und Russland vermittelte Feuerpause gilt für die Regierungstruppen, knapp hundert Rebellengruppen und die kurdischen Kämpfer. Von der Waffenruhe ausgenommen sind die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Kaida-nahe Al-Nusra-Front. Die beiden Milizen kontrollieren zusammen mehr als die Hälfte des syrischen Staatsgebiets.

Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte in Genf, die Arbeitsgruppe müsse sich umgehend mit den Verletzungen der Waffenruhe befassen. Die französische Regierung werde darüber wachen, dass die Feuerpause "konkret" umgesetzt werde. Das Auswärtige Amt entsandte nach Angaben einer Sprecherin den Leiter des Krisenreaktionszentrums nach Genf, "um zu prüfen, ob und wie wir das Monitoring dieser Feuerpause unterstützen können".

Das Hohe Verhandlungskomitee (HNC), ein Zusammenschluss bewaffneter und ziviler Gegner der syrischen Regierung, hatte sich am Sonntag schriftlich bei Ban über Verletzungen der Waffenruhe durch die Armee des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad und die mit ihr verbündete russische Luftwaffe beschwert.

Russland hatte wiederum Verletzungen der Waffenruhe durch die Gegenseite ins Feld geführt. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte aber, die Hauptmaßnahmen zur Beendigung der Feindseligkeiten seien in Kraft. "Wir wussten im Voraus, dass es nicht einfach sein würde", fügte er hinzu.

Zahl der Toten geht zurück

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschen berichtete, durch die Waffenruhe sei die Zahl der Toten stark zurückgegangen. Am Freitag habe es 144 Tote gegeben, am Samstag und Sonntag seien es zusammen 40 gewesen. Am Montag hätten Regierungstruppen eine wichtige Versorgungsstraße nach Aleppo von den Rebellen zurückerobert. Dabei seien 14 IS-Milizionäre und auf Regierungsseite 26 Kämpfer getötet worden. Die Angaben der den Rebellen nahe stehenden Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien lassen sich von unabhängiger Seite nur schwer überprüfen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nannte die Verletzungen der Waffenruhe "besorgniserregend". Alle Konfliktparteien seien aufgerufen, die Feuerpause einzuhalten, sagte er in Kuwait-Stadt. Stoltenberg ergänzte: "Wir sind besorgt über die Verstärkung der militärischen Kräfte Russlands in Syrien." Moskau nehme hauptsächlich die syrische Opposition ins Visier, nicht die Dschihadistenmilizen.

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