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Flüchtlinge: Mehr als 300 Verletzte bei Eskalation in Idomeni

Polizei setzte Tränengas ein  

Über 300 Verletzte nach Ausschreitungen in Idomeni

11.04.2016, 11:34 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Flüchtlinge: Mehr als 300 Verletzte bei Eskalation in Idomeni. Nach Zusammenstößen zwischen protestierenden Flüchtlingen und der mazedonischen Polizei tragen zwei Migranten einen Verletzten weg. (Quelle: Reuters)

Nach Zusammenstößen zwischen protestierenden Flüchtlingen und der mazedonischen Polizei tragen zwei Migranten einen Verletzten weg. (Quelle: Reuters)

Bei den jüngsten Ausschreitungen am Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien nahe Idomeni sind über 300 Menschen verletzt worden. Das berichten griechische Medien unter Berufung auf die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Sieben Menschen seien ins Krankenhaus der nahegelegenen Stadt Kilkis gebracht worden. Mindestens 34 Menschen trugen offene Wunden davon, weitere 30 seien durch die Gummigeschosse mazedonischer Grenzschützer verletzt worden, berichtet das griechische Nachrichtenportal "The Toc".

Tränengas eingesetzt

Die mazedonische Polizei bestritt indes, Plastikgeschosse gegen Flüchtlinge eingesetzt zu haben. Dies sei in Mazedonien gesetzlich verboten, betonte eine Sprecherin.

Mehr als 250 Menschen litten auf Grund der Tränengasgranaten der mazedonischen Polizei an Atemwegsproblemen, darunter auch viele Kinder.

Flugblatt schürte Hoffnungen auf Weiterreise

Die Lage im Grenzort Idomeni war am Sonntag eskaliert, als hunderte Flüchtlinge und Migranten versuchten, den Grenzzaun zu Mazedonien zu stürmen. Seit das Nachbarland zu Griechenland die Grenzen geschlossen hat, haben sich in Idomeni mehr als 11.000 Menschen versammelt.

Am Wochenende kursierte ein Flugblatt, das auf Arabisch zum "Marsch auf die Grenze" aufrief. Dieser Flyer weckte Hoffnungen auf eine Weiterreise, so dass viele Menschen sich auf den Weg machten.

Der Leiter eines Auffanglagers auf der mazedonischen Seite der Grenze sprach von drei Flüchtlingsgruppen zu je rund 500 Menschen, die an drei verschiedenen Stellen die Grenze durchbrechen wollten.

Mazedonische Polizei rechtfertigt Einsatz

Die mazedonische Polizei rechtfertigte den Einsatz von Tränengas und Blendgranaten mit den Erfordernissen des Selbstschutzes: Flüchtlinge hätten Beamte mit Steinen und Metallgegenständen beworfen. Es sei "kein einziger Flüchtling" nach Mazedonien gelangt, sagte ein Sprecher.

Bemühungen der griechischen Behörden, die Flüchtlinge zum Verlassen von Idomeni und zum Aufsuchen nahegelegener Registrierungszentren zu bewegen, waren bislang kaum erfolgreich. Die meisten Schutzsuchenden wollen dort bleiben, um die erhoffte Grenzöffnung nicht zu verpassen.

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