Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Bürgerkrieg in Syrien steht vor neuer Eskalation

"Massaker an Unschuldigen"  

Bürgerkrieg in Syrien steht vor neuer Eskalation

19.04.2016, 21:43 Uhr | AP

Bürgerkrieg in Syrien steht vor neuer Eskalation. Bürgerkrieg und kein Ende: Die Zukunft Syriens steht unter keinem guten Stern. (Quelle: Reuters)

Bürgerkrieg und kein Ende: Die Zukunft Syriens steht unter keinem guten Stern. (Quelle: Reuters)

Die Genfer Friedensgespräche zu Syrien sind am Rande des Scheiterns. Gleichzeitig wird in dem Bürgerkriegsland wieder geschossen. Ist das das Ende einer Zeit relativer Ruhe?

Bei einem der heftigsten Luftangriffe seit Beginn der Waffenruhe sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 44 Zivilisten ums Leben gekommen. Gleichzeitig kündigte die syrische Opposition ihre Abreise von den Genfer Friedensgesprächen an, wo die Positionen völlig verhärtet scheinen. Der seit fünf Jahren währende Bürgerkrieg spitzt sich damit wieder gefährlich zu.

Die seit Ende Februar geltende Feuerpause hatte die Kämpfe zwischen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und diversen Rebellengruppen einige Wochen lang zumindest eingedämmt. Allerdings wurde die Gewalt nie ganz gestoppt, zumal Extremistengruppen wie Islamischer Staat und Nusra-Front von der Waffenruhe ausgenommen waren.

Immer intensivere Kämpfe

Jetzt melden Aktivisten immer intensivere Kämpfe. Am Dienstag soll es Luftangriffe der Regierung und Gewalt in den Regionen Latakia, Homs, Idlib und Hama gegeben haben. Regierungstruppen haben nach Informationen beider Seiten die meisten Gebiete zurückerobert, die sie bei einer Offensive der Rebellen am Vortag verloren hatten.

Unter den 44 Opfern bei Luftangriffen auf Rebellenorte in der Provinz Idlib sollen mindestens drei Kinder sein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die in London sitzt, berichtete. Örtliche Aktivisten ergänzten, ein Geschoss habe einen Markt in Marat al-Numan getroffen.

Opposition: "Massaker an Unschuldigen"

Die Opposition warf der Regierung bei den Friedensverhandlungen in Genf ein "Massaker an Unschuldigen" vor. "Assad sagt der Welt, dass er kein Interesse an Friedensdiplomatie hat", erklärte Sprecher Salem Meslet.

Die Opposition hatte schon am Montag angekündigt, sie werde ihre Teilnahme an den Gesprächen aussetzen, weil der seit Februar geltende Waffenstillstand von der syrischen Regierung immer wieder gebrochen werde. Die neuen Angriffe habe sie in dieser Entscheidung bestätigt, sagte Meslet.

Keine dauerhafte Lösung in Sicht

Unterhändler Mohammed Allusch erklärte, er wolle nicht an einer absurden politischen Lösung teilhaben, die den Konflikt nicht dauerhaft schlichte. Nach ihrem bisherigen Verlauf würden die Genfer Gespräche nicht zu einem "echten Übergang" der Macht führen. Die Opposition werde zu direkten Gesprächen zurückkehren, sobald die syrische Regierung die Belagerung von Gebieten der Rebellen beende, Hilfe zulasse, Gefangene freisetze und Luftangriffe auf Zivilisten stoppe.

Oppositionschef Riad Hidschab plädierte für eine internationale Überwachung der Waffenruhe und eine Ahndung von Verstößen durch den UN-Sicherheitsrat. Zudem verlangte er erneut einen politischen Übergang ohne Assad und einen klaren Zeitplan dafür.

Unvereinbare Positionen

Russland sicherte Assad dagegen nochmals Unterstützung zu. Der russische UN-Botschafter Alexej Borodawkin kritisierte zudem die syrische Opposition heftig. Das Aussetzen der Gespräche sei ein Zeichen, dass "Extremisten innerhalb der Delegation die Kontrolle übernommen haben", sagte er der Agentur Tass.

Damit scheinen die Positionen seit Beginn der Genfer Gespräche im Februar unverändert. UN-Vermittler Staffan de Mistura will am Freitag eine Zwischenbilanz ziehen.

USA drängen auf politischen Übergang

Der französische Präsident François Hollande zeigte sich besorgt über den Rückzug der Opposition. Dieser könne schnell in neue Kämpfe, neue Luftangriffe und neues Leid für die Zivilbevölkerung münden, sagte Hollande bei einem Besuch in Jordanien. Sollten die Genfer Gespräche wirklich völlig zusammenbrechen, schwinde auch die Hoffnung, fügte der französische Staatschef hinzu.

Die USA kündigten an, weiter auf einen politischen Übergang zu dringen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, forderte Russland auf, auch seinen Einfluss auf die Regierung geltend zu machen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal