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Angehörige von MH17-Opfern verklagen Putin und Russland

Neun Millionen Euro pro Person  

Angehörige von MH17-Opfern verklagen Putin

23.05.2016, 15:20 Uhr | dpa, rtr

Angehörige von MH17-Opfern verklagen Putin und Russland. Angehörige von Absturzopfern aus Flug MH17 geben Wladimir Putin eine Mitschuld - und verklagen ihn. (Quelle: dpa)

Angehörige von Absturzopfern aus Flug MH17 geben Wladimir Putin eine Mitschuld - und verklagen ihn. (Quelle: dpa)

Knapp zwei Jahre nach dem Abschuss eines Passagierflugs über der Ostukraine macht ein bekannter Luftfahrt-Anwalt Wladimir Putin für das Unglück verantwortlich. Die Angehörigen von 33 Passagieren der im Juli 2014 abgeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine haben Klage gegen Russland und seinen Präsidenten eingereicht.

Das sagte ihr Anwalt Jerry Skinner in Sydney. "In Russland passiert nichts ohne Putins Zustimmung", sagte Skinner. Deshalb könne der Präsident in dem Fall haftbar gemacht werden. Die Angehörigen verlangten zehn Millionen US-Dollar pro Person (etwa neun Millionen Euro). Russland hat eine Beteiligung an dem Abschuss stets dementiert.

Prozess könnte Jahre dauern

In Europa bearbeite der Berliner Rechtsanwalt Marcus Goldbach das Verfahren, sagte der Skinner. Er hatte bereits Angehörige von Opfern des Lockerbie-Anschlags von 1988 vertreten. Damals starben 270 Menschen bei der Explosion einer Bombe in einem PanAm-Flug von London nach New York.

Skinner zeigte sich zuversichtlich, auch bei der Klage nach dem Abschuss der Maschine von Malaysia Airlines Erfolg zu haben. Allerdings könnte der Prozess - ähnlich wie bei dem Lockerbie-Verfahren - Jahre dauern, räumte er ein.

Klage vor dem EuGH für Menschenrechte

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Malaysia über dem Kampfgebiet der Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord starben, darunter neben zahlreichen Niederländern auch 28 Australier. Anwalt Skinner arbeitet für die australische Kanzlei von LHD Lawyers. 

Die Rakete wurde nach Angaben der britischen Recherchegruppe Bellingcat von einer Einheit abgeschossen, die zu den russischen Streitkräften gehörte. Die niederländischen Behörden wollen sich zu der Frage, wer die Rakete abfeuerte, erst in der zweiten Jahreshälfte äußern.

Die Klage sei beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht worden. "So eine Tat, die ein Zivilflugzeug in einer Konfliktzone zerstört, verstößt gegen das Recht auf Leben", sagte Skinner. 

Russland gibt Ukraine die Schuld

Die Angehörigen werfen Russland nach seinen Angaben vor, die Beteiligung an der Tat verschleiert und keine internen Untersuchungen eingeleitet zu haben.

Die Regierung in Moskau hat die Vorwürfe des Westens und der ukrainischen Regierung zurückgewiesen, prorussische Rebellen hätten die Maschine abgeschossen. Russland gibt vielmehr der ukrainischen Armee die Schuld.

Laut Skinner stützen Zeugenaussagen, Videos, Fotos, Radaraufnahmen und Dokumente der Luftaufwachung aber die Entschädigungsklage. Deshalb könne der Abschuss auf Russland zurückgeführt werden, auch wenn das Land bei den Ermittlungen nicht kooperiere.

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