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Syrischer Armee belagert zu "hundert Prozent" die Stadt Aleppo

Rebellenviertel zu "100 Prozent belagert"  

Syrische Armee kappt Versorgungsroute nach Aleppo

17.07.2016, 10:43 Uhr | AFP, dpa, AP

Syrischer Armee belagert zu "hundert Prozent" die Stadt Aleppo. Nach einem Luftangriff der syrischen Armee auf das von Rebellen gehaltene Viertel al-Maadi in Aleppo suchen die Bewohner nach Überlebenden.  (Quelle: Reuters)

Nach einem Luftangriff der syrischen Armee auf das von Rebellen gehaltene Viertel al-Maadi in Aleppo suchen die Bewohner nach Überlebenden. (Quelle: Reuters)

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben die von Rebellen gehaltenen Viertel im Osten Aleppos von ihrer wichtigsten Nachschubroute getrennt (hier unser Bericht über die Kämpfe um die Castello Road). Damit sind bis zu 300.000 Menschen von der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten abgeschnitten. Ihnen steht nun eine lange Belagerung bevor.

Die Bewohner könnten nur noch über unsichere Feldwege aus der Stadt fliehen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Vor zehn Tagen hatten die Regierungstruppen die Offensive auf Aleppo gestartet. Zwischen 200.000 und 300.000 Menschen sind nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter in den östlichen Vierteln der früheren Wirtschaftsmetropole Syriens eingeschlossen.

Soldaten der Regierungstruppen hätten die Straße von Castello im Nordwesten der Stadt übernommen, über die bislang noch Kämpfer und Versorgungsgüter in die Viertel gekommen waren, erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. 

Bereits Anfang Juni gab es Luftangriffe auf die Straße von Castello, die wichtigste Versorgungsroute für die Assad-Gegner in Aleppo. (Quelle: Reuters)Bereits Anfang Juni gab es Luftangriffe auf die Straße von Castello, die wichtigste Versorgungsroute für die Assad-Gegner in Aleppo. (Quelle: Reuters)

Mehrere Luftangriffe auf Osten der Stadt

Ein Rebellenanführer bestätigte, Aleppo sei "zu hundert Prozent belagert". Die Armee habe auf der Straße von Castello Barrieren mit Sandsäcken errichtet und "sogar eine Gruppe von Zivilisten" festgenommen, die sich dort befunden habe. Ein AFP-Korrespondent berichtete aus einem der Rebellenviertel, mindestens sechs Luftangriffe hätten die östlichen Stadtteile zum Ziel gehabt.

Am Samstag waren bei Luftangriffen auf von Rebellen gehaltene Viertel mindestens 28 Zivilisten getötet worden, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Weitere vier Menschen seien durch Rebellenfeuer im Westen Aleppos getötet worden. 

Die Vereinten Nationen hatten schon vor einigen Tagen gewarnt, dass die Castello-Straße wegen Kämpfen nicht mehr passierbar sei. Eine Sprecherin hatte alle Seiten aufgerufen, Zivilisten zu schützen und den Zugang für humanitäre Hilfe zu erleichtern.

Geteilte Stadt

Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netzwerk von Informanten beruft, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden. Aleppo, die zweitgrößte Stadt Syriens, ist seit 2012 zwischen Armee und Rebellen geteilt. Seit Beginn des Bürgerkrieges im März 2011 wurden mehr als 280.000 Menschen in Syrien getötet, Millionen weitere ergriffen die Flucht.

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