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Putschversuch Türkei: Ex-Luftwaffenchef Akin Öztürk gesteht Beteiligung

Putschversuch in der Türkei  

Mutmaßlicher Rädelsführer Öztürk gesteht Beteiligung

18.07.2016, 18:36 Uhr | dpa, rtr, AP

Putschversuch Türkei: Ex-Luftwaffenchef Akin Öztürk gesteht Beteiligung. Die türkische Regierung sieht in ihm den Drahtzieher des Putschversuchs: Akin Öztürk. (Quelle: dpa)

Die türkische Regierung sieht in ihm den Drahtzieher des Putschversuchs: Akin Öztürk. (Quelle: dpa)

Es war bereits vermutet worden, dass hinter dem Putschversuch in der Türkei der Ex-Luftwaffenchef Akin Öztürk steckt. Nun soll dieser laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu seine Beteiligung eingeräumt haben.

Öztürk habe in seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft zugegeben, mit der Absicht gehandelt zu haben, einen Putsch zu verüben, meldete Anadolu.

Zwei private Sender widersprechen der Meldung von Anadolu, Öztürk habe ein Geständnis abgelegt. Unter Berufung auf seine Aussage vor der Staatsanwaltschaft berichten Habertürk und NTV, Öztürk habe vielmehr jede Beteiligung verneint. "Ich gehöre nicht zu denen, die den Putschversuch vom 15. Juli geplant oder geleitet haben und weiß nicht, wer es war", zitiert NTV aus seiner Aussage.

Neben Öztürk wurden mehr als 100 weitere Generäle aus den Streitkräften festgenommen. Als Hintermann des Putschversuches sieht Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen.

Putschversuch kurz vor der Rente

Öztürk war nach der Niederschlagung des Putsches festgenommen worden. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Aus Regierungskreisen in Ankara war Öztürk als "der formale Anführer der Junta" bezeichnet worden. Der General gehörte bis zum Putschversuch dem Obersten Militärrat an.

Der 64-Jährige hätte Ende August in Rente gehen sollen. Er war Mitglied des Obersten Militärrates, der über die Beförderung von Offizieren entscheidet. Über seine Beweggründe, falls er denn wirklich der Drahtzieher ist, kann nur spekuliert werden. Der "Tagesspiegel" zitierte türkische Medien, denen zufolge es im vergangenen Jahr Gerüchte gegeben habe, Öztürk sei ein Anhänger Gülens.

Wie geprügelte Hunde vorgeführt

Öztürk und andere festgenommene Generäle - alle noch nicht verurteilt - werden der Öffentlichkeit wie geprügelte Hunde vorgeführt: In der Polizeistation, wo sie Namen und Rang verkünden müssen, läuft eine Kamera mit, das Video wird von Anadolu verbreitet. Tatsächlich weisen die Männer fast alle blutige Spuren auf, die aussehen, als wären sie geprügelt worden.

Am Samstag waren nach Angaben aus Regierungskreisen bereits zwei Mitglieder des Verfassungsgerichts in Ankara festgenommen worden. Insgesamt 2700 Richter wurden bisher abgesetzt - fast ein Fünftel der schätzungsweise rund 15.000 Richter in der Türkei.

Teile des türkischen Militärs hatten in der Nacht zu Samstag versucht, Präsident Erdogan zu stürzen. Dabei wurden mehr als 200 Menschen getötet, mehr als 1500 Personen erlitten Verletzungen.

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