Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Nach Putschversuch: Türkei will Präsidentengarde auflösen

Hunderte Festnahmen in der Elitetruppe  

Türkei will Präsidentengarde auflösen

24.07.2016, 09:47 Uhr | dpa, AFP

Nach Putschversuch: Türkei will Präsidentengarde auflösen . Die Präsidentengarde der Türkei in Ankara. (Quelle: dpa)

Die Präsidentengarde der Türkei in Ankara. (Quelle: dpa)

Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei soll die Präsidentengarde aufgelöst werden. Laut dem türkischen Regierungschef Binali Yildirim gibt es zum jetzigen Zeitpunkt und auch in Zukunft keine Notwendigkeit mehr für die Einheit.

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch war Haftbefehl gegen 300 Mitglieder der Präsidentengarde erlassen wurde. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN-Türk wurden auf dieser Grundlage bereits 283 Mitglieder der Präsidentengarde festgenommen. Der Elitetruppe hat insgesamt bis zu 2500 Mitglieder.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Donnerstag als Reaktion auf den Putschversuch den Ausnahmezustand erklärt. Yildirim teilte weiter mit, dass inzwischen bereits insgesamt rund 13.000 "Verdächtige" festgenommen worden seien. 

Ausreisekontrollen verschärft 

Erdogan ordnete derweil die Schließung von 2341 Einrichtungen im Land an, darunter Schulen sowie gemeinnützige, gewerkschaftliche und medizinische Institutionen. Zugleich verschärfte die Regierung die Ausreisekontrollen, um vor allem Staatsbedienstete an einer Flucht ins Ausland zu hindern. Die Entwicklung löste international Besorgnis aus, deutsche Politiker forderten Konsequenzen.

Rund 11.000 Reisepässe vor allem von Staatsbediensteten wurden nach offiziellen Angaben für ungültig erklärt. An den Flughäfen müssen Staatsbedienstete nun eine Bescheinigung ihrer Behörde vorlegen, in der ausdrücklich steht, dass ihrer Ausreise nichts im Wege steht. Das gelte auch für Ehepartner und Kinder, hieß es.

Zehntausende Entlassungen in den vergangenen Tagen 

Seit Donnerstag wurden 37.500 Polizisten und zivile Angestellte entlassen, darunter viele Mitarbeiter des Bildungsministeriums. 21.000 Lehrern wurde die Arbeitserlaubnis entzogen.

Ziel ist es nach den Worten Erdogans, gegen Anhänger der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen vorzugehen. Erdogan macht den in den USA lebenden Gülen für den Umsturzversuch aus den Reihen der Streitkräfte verantwortlich. Mehr als 260 Menschen wurden getötet. Die Türkei fordert von den USA Gülens Auslieferung.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal