Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Türkei ordnet nach Putschversuch Festnahme von 42 Journalisten an

Nach Putschversuch  

Türkei ordnet Festnahme von 42 Journalisten an

25.07.2016, 17:39 Uhr | dpa

Türkei ordnet nach Putschversuch Festnahme von 42 Journalisten an. Nach dem Putschversuch geraten nun Journalisten ins Visier der Polizei. (Quelle: Reuters)

Nach dem Putschversuch geraten nun Journalisten ins Visier der Polizei. (Quelle: Reuters)

Der gescheiterte Putsch in der Türkei zieht weitere Kreise. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat 42 Journalisten zur Fahndung ausgeschrieben, darunter eine prominente Regierungskritikerin.

Die Journalistin Nazli Ilicak gehöre zu den Verdächtigen, nach denen im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Putschversuch gefahndet werde, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Gülen-Anhänger im Visier der Polizei

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, die Ermittlungen richteten sich gegen Medien aus dem Netzwerk des Predigers Fethullah Gülen. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Unklar ist, ob die Betroffenen bereits festgenommen wurden.

Zudem hat die Fluggesellschaft Turkish Airlines im Zusammenhang mit dem gescheiterten Militärputsch 211 Angestellte entlassen. Diese hätten mutmaßlich Verbindungen zur Gülen-Bewegung, erklärte das Unternehmen. 

Turkish Airlines kündigt Mitarbeitern wegen Verhaltensweisen

Die Kündigungen erfolgten "in Übereinstimmung mit den nötigen Maßnahmen" gegen das Gülen-Netzwerk und gegen "Einstellungen und Verhaltensweisen, die in Konflikt mit den Interessen unseres Landes und unseres Unternehmens stehen", erklärte Turkish Airlines. Außerdem gehe es um "die Nicht-Erfüllung von Leistungsanforderungen".

DHA meldete weiter, bei Razzien gegen Gülen-Anhänger in Istanbul seien 31 Akademiker festgenommen worden, darunter auch Professoren. Seit dem Putschversuch sind nach offiziellen Angaben mehr als 13.000 Verdächtige festgenommen worden, knapp 6000 davon sitzen in Untersuchungshaft.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, den Staat von Gülen-Anhängern "säubern" zu wollen. Nach dem Putschversuch hat er einen 90-tägigen Ausnahmezustand verhängt, der seit Donnerstag gilt.

Immer wieder Ärger für Ilicak

Ilicak war Ende 2013 von der regierungsnahen Zeitung "Sabah" entlassen worden, als sie im Rahmen von Korruptionsermittlungen den Rücktritt mehrerer Minister der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP forderte. Die Regierung hält die damaligen Korruptionsermittlungen für ein Gülen-Komplott.

Ilicak hatte unter anderem auch für die Zeitung "Bugün" geschrieben, die den Gülen-Medien zugerechnet wurde. Die Regierung hatte "Bugün" im vergangenen Jahr unter Zwangsverwaltung gestellt, auf AKP-Kurs gezwungen und später geschlossen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal