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Vorwürfe verschärft - Streit zwischen Österreich und der Türkei eskaliert

"Radikaler Rassismus"  

Streit zwischen Österreich und der Türkei eskaliert

05.08.2016, 19:12 Uhr | dpa, rtr

Vorwürfe verschärft - Streit zwischen Österreich und der Türkei eskaliert. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu (im Bild mit Präsident Erdogan) klagt über Rassismus in Österreich. (Quelle: dpa)

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu (im Bild mit Präsident Erdogan) klagt über Rassismus in Österreich. (Quelle: dpa)

Die Reibereien zwischen der Türkei und Österreich gehen weiter: Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat seine Angriffe gegen die Regierung in Wien verschärft und Österreich "radikalen Rassismus" vorgeworfen. 

"Heute ist Österreich die Hauptstadt des radikalen Rassismus", sagte Cavusoglu dem regierungsnahen Sender TGRT wörtlich in einem live übertragenen Interview. Der Minister verwendete das Wort Hauptstadt offensichtlich im Sinne von Zentrum.

Von den Aussagen von Österreichs Bundeskanzler Christian Kern sei "eine hässlicher als die andere", sagte Cavusoglu weiter. Kern hatte im ORF-Fernsehen gesagt, die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei seien "nur noch diplomatische Fiktion". Kern hatte zugleich ein "alternatives Konzept" gefordert.

"Wir wissen, dass die demokratischen Standards bei weitem nicht ausreichen, um einen Beitritt zu rechtfertigen", sagte Kern in dem Interview.

"Vor allem lügen sie"

Cavusoglu sagte mit Blick auf Regierungsvertreter in Wien: "Was noch hässlicher ist, sie nennen unser Volk, das türkische Volk, das in Österreich lebt, radikal. Vor allem lügen sie. Ich sage es offen." Cavusoglu verwahrte sich auch gegen Kritik aus der EU insgesamt. "Von nun an können sie uns keine Demokratie-Lektion mehr erteilen", sagte er. Auch diesem Volk nicht mehr."

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz forderte Cavusoglu über Twitter erneut zur Mäßigung auf. Die Regierung in Ankara müsse sich zurückhalten.

"Ich weise die Kritik des türkischen Außenministers an Österreich scharf zurück. Ankara ist dazu aufgerufen, sich in Wortwahl und Vorgehen im Land zu mäßigen sowie die Hausaufgaben zu machen", sagte Kurz nach Angaben eines Sprechers.

Rechtsextreme Wortwahl?

Schon am Donnerstag hatte Europaminister Omer Celik dem sozialdemokratischen österreichischen Regierungschef Kern rechtsextreme Wortwahl vorgehalten. "Es ist verstörend, dass seine Kommentare ähnlich wie die der Rechtsaußen klingen", sagte er in Anspielung auf die Positionen der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich.

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