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Türkei: Außenminister Mevlüt Cavusoglu hält deutsche Medien für gelenkt

"Überhaupt nicht frei"  

Türkischer Außenminister hält deutsche Medien für gelenkt

06.08.2016, 12:37 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

Türkei: Außenminister Mevlüt Cavusoglu hält deutsche Medien für gelenkt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat keine besonders hohe Meinung von deutschen Medien. (Quelle: dpa)

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat keine besonders hohe Meinung von deutschen Medien. (Quelle: dpa)

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat deutschen Medien vorgeworfen, fremdgesteuert gegen die Türkei und ihren Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan Stimmung zu machen. Unterdessen spitzt sich der Streit der Türkei mit Österreich zu.

"In den meisten europäischen Ländern sind die Medien nicht frei. Vor allem in Deutschland sind sie überhaupt nicht frei", sagte Cavusoglu dem regierungsnahen Sender TGRT. "Sie werden alle vollständig von einem Kontrollmechanismus geleitet."

Cavusoglu machte keine Angaben dazu, wer diese Kontrolle ausübt. Er sagte lediglich, dass alle Medien in gleichem Maße "gegen die Türkei und unseren Präsidenten berichten, ist kein Zufall, das wissen wir".

"Radikaler Rassismus" in Österreich

Im Streit mit Österreich verschärfte der türkische Außenminister auch seine Angriffe gegen die Regierung in Wien und warf dem Land "radikalen Rassismus" vor. 

"Heute ist Österreich die Hauptstadt des radikalen Rassismus", sagte Cavusoglu wörtlich in dem live übertragenen Interview. Der Minister verwendete das Wort Hauptstadt offensichtlich im Sinne von Zentrum.

Von den Aussagen von Österreichs Bundeskanzler Christian Kern sei "eine hässlicher als die andere", sagte Cavusoglu weiter. Kern hatte im ORF-Fernsehen gesagt, die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei seien "nur noch diplomatische Fiktion". Kern hatte zugleich ein "alternatives Konzept" gefordert.

"Wir wissen, dass die demokratischen Standards bei weitem nicht ausreichen, um einen Beitritt zu rechtfertigen", sagte Kern in dem Interview.

"Vor allem lügen sie"

Cavusoglu sagte mit Blick auf Regierungsvertreter in Wien: "Was noch hässlicher ist, sie nennen unser Volk, das türkische Volk, das in Österreich lebt, radikal. Vor allem lügen sie. Ich sage es offen." Cavusoglu verwahrte sich auch gegen Kritik aus der EU insgesamt. "Von nun an können sie uns keine Demokratie-Lektion mehr erteilen", sagte er. Auch diesem Volk nicht mehr."

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz forderte Cavusoglu über Twitter erneut zur Mäßigung auf. Die Regierung in Ankara müsse sich zurückhalten.

"Ich weise die Kritik des türkischen Außenministers an Österreich scharf zurück. Ankara ist dazu aufgerufen, sich in Wortwahl und Vorgehen im Land zu mäßigen sowie die Hausaufgaben zu machen", sagte Kurz nach Angaben eines Sprechers.

Rechtsextreme Wortwahl?

Schon am Donnerstag hatte Europaminister Omer Celik dem sozialdemokratischen österreichischen Regierungschef Kern rechtsextreme Wortwahl vorgehalten. "Es ist verstörend, dass seine Kommentare ähnlich wie die der Rechtsaußen klingen", sagte er in Anspielung auf die Positionen der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich.

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