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Die letzte Schlacht um Aleppo steht bevor

Belagerte Stadt in Syrien  

Die letzte Schlacht um Aleppo steht bevor

08.08.2016, 15:37 Uhr | AFP

Die letzte Schlacht um Aleppo steht bevor. Aleppo Ende Juli: Die Schlacht um die Stadt tobt seit Wochen. (Quelle: AP/dpa)

Aleppo Ende Juli: Die Schlacht um die Stadt tobt seit Wochen. (Quelle: AP/dpa)

Der Kampf um Aleppo geht in die entscheidende Phase: Sowohl Regierung als auch Rebellen rüsten massiv auf. Welche Partei den Sieg davon trägt, könnte den Bürgerkrieg in Syrien entscheidend beeinflussen.

Zur Verstärkung der Regierungstruppen seien seit Sonntagabend rund 2000 syrische, irakische und iranische Kämpfer sowie Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz in Aleppo eingetroffen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Kämpfe hätten sich bereits intensiviert.

Selbst Uiguren beteiligt

Die regierungsnahe Zeitung "Al-Watan" berichtete ebenfalls, dass die Regierungstruppen Verstärkung bekamen, "um die Schlacht zur Rückeroberung von Gebieten zu beginnen", aus denen sie vertrieben wurden. Demnach schickte eine palästinensische Miliz Verstärkung für die Verteidigung einer Zementfabrik südlich von Aleppo. Militärflugzeuge würden die Rebellentruppen aus der Luft angreifen.

Die Rebelleneinheiten wurden laut der Beobachtungsstelle vor allem durch Kämpfer der Fateh-al-Scham-Front, der früheren Al-Nusra-Front, verstärkt. Die Dschihadisten-Gruppe leitet das islamistische Bündnis Dschaisch al-Fateh (Armee der Eroberung), das maßgeblich am Kampf um Aleppo beteiligt ist. Zu dem Bündnis gehört auch die islamistische Miliz Ahrar al-Scham, die als eine der mächtigsten Rebellengruppen gilt.

Unter den Kämpfern, die aus der Nachbarprovinz Idlib herangezogen wurden, waren laut der Beobachtungsstelle zahlreiche Uiguren aus der chinesischen Provinz Xinjiang. Die Rebellen hatten am Wochenende verkündet, die dreiwöchige Belagerung Aleppos durch die Regierungstruppen durchbrochen zu haben. Am Sonntag kündigte Dschaisch al-Fateh an, "in einer neuen Phase" ganz Aleppo unter ihre Kontrolle bringen zu wollen.

Wird die letzte Versorgungsroute abgeschnitten?

Die einst blühende Wirtschaftsmetropole Aleppo ist seit 2012 Schauplatz schwerer Kämpfe. Die von Rebellen kontrollierten Viertel im Osten sind immer wieder Ziel von Luftangriffen der syrischen Regierungstruppen und ihrer russischen Verbündeten. Im Juni hatte die Regierung den Belagerungsring um die rund 300.000 Bewohner der von den Rebellen gehaltenen östlichen Stadtviertel geschlossen.

Nach der Rückeroberung des Viertels Ramussa im Süden gelang es den Rebellen aber, den Belagerungsring wieder zu durchbrechen. Mit den jüngsten Geländegewinnen geraten nun die 1,2 Millionen Einwohner in den von der Regierung gehaltenen Vierteln im Westen verstärkt unter Druck. Die Einwohner deckten sich mit Essen und Wasser ein aus Sorge, dass auch die letzte offene Versorgungsroute der Stadt abgeschnitten wird.

In der Nacht zu Montag gelang es der Armee, einen Konvoi mit Nahrungsmitteln über eine Route im Norden in die Stadt zu bringen. Laut der Beobachtungsstelle ist die Straße von Castello die letzte offene Straße in die Viertel unter Kontrolle der Regierung.

Schlacht wird den Krieg prägen

Der französische Syrienexperte Thomas Pierret sagte, die Schlacht um Aleppo werde nicht den Ausgang des Bürgerkriegs entscheiden, doch den weiteren Verlauf des Konflikts prägen. Sollten die Rebellen gewinnen, würde die Regierung auf Damaskus, Homs, den Golan und die Küstenregion zurückgeworfen. Gewinne die Regierung, würde den Aufständischen vor allem noch die Provinz Idlib bleiben, sagte Pierret.

In dem seit März 2011 andauernden Bürgerkrieg in Syrien wurden bislang mehr als 280.000 Menschen getötet und Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Im Land herrscht eine schwere humanitäre Krise.

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