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Kampf um Aleppo: Bundesregierung wirft Russland Zynismus vor

Steinmeier blitzt in Russland ab  

Bundesregierung wirft Kreml in Aleppo-Krise Zynismus vor

15.08.2016, 17:47 Uhr | rtr

Kampf um Aleppo: Bundesregierung wirft Russland Zynismus vor. In Aleppo spitzt sich die humanitäre Lage immer weiter zu. (Quelle: Reuters)

In Aleppo spitzt sich die humanitäre Lage immer weiter zu. (Quelle: Reuters)

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat nach seinem Gespräch mit dem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow keine Zusage für eine längere Waffenruhe in Aleppo bekommen. Die Bundesregierung wirft Moskau in der Syrien-Krise Zynismus vor.

Regierungssprecher Steffen Seibert kritisierte das russische Vorgehen in der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo scharf: "Das Elend der Menschen dort ist nicht zu lindern, wenn drei Stunden Feuerpause am Tag verkündet werden", sagte Seibert.

"Das soll wie ein Entgegenkommen klingen, ist aber eigentlich Zynismus, denn jeder weiß, dass diese Zeit nicht annähernd ausreicht, um eine Versorgung der verzweifelten Menschen wirklich aufzubauen." Dafür sei eine deutlich längere Waffenpause nötig.

Lediglich drei Stunden Feuerpause pro Tag

Lawrow sagte nach einem Treffen mit Steinmeier in Jekaterinburg, ihm sei klar, dass die kurzen Feuerpausen nicht genügten. Eine längere Waffenruhe sei derzeit jedoch nur schwer machbar, weil sie den Aufständischen die Möglichkeit gäbe, sich neu aufzustellen und frische Waffen zu besorgen. Dies sei in der Vergangenheit so geschehen.

Russland, das den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad militärisch stützt, hatte zuletzt lediglich eine dreistündige Feuerpause pro Tag sowie Fluchtkorridore für Aleppo angekündigt.

Steinmeier sagte mit Blick auf den "Dauerbombenhagel" auf die nordsyrische Stadt: "Das kann und darf so nicht weitergehen". In Aleppo ereigne sich eine "traurige Katastrophe".

"Töten und Sterben müssen ein Ende haben"

"Das Töten und das Sterben in Aleppo müssen ein Ende haben", forderte Regierungssprecher Seibert. Die Stadt brauche eine ungehinderte Versorgung mit Nahrungsmitteln und mit medizinischem Bedarf. "Der syrische Präsident und sein Partner Russland dürfen sich diesen humanitären Mindestforderungen nicht verweigern."

Beide würden hauptsächlich die Verantwortung für die Lage in der früheren Millionenstadt tragen. "Ihre Entscheidung ist es in erster Linie, ob in Aleppo weiter gestorben wird oder ob die Menschen dort nach Monaten des Leidens Hilfe und Hoffnung bekommen", betonte Seibert.

Appell an Russland

Umgehend nötig seien nun von den Vereinten Nationen kontrollierte humanitäre Zugänge, über die die Menschen mit Lebensmitteln und Wasser versorgt werden könnten. Außerdem sei zumindest ein befristeter Waffenstillstand notwendig.

Seibert forderte Russland auf, seinen Einfluss auf den syrischen Präsidenten geltend zu machen. "Dies umso mehr, als die von Russland schon in Aussicht gestellten Fluchtkorridore entweder nicht eröffnet wurden oder sich als unwirksam erwiesen haben, um der Bevölkerung von Aleppo diese Hilfe zu verschaffen."

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