Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

BND-Bericht: Türkei wirft Deutschland "Zermürbung der Türkei" vor

"Klärung vor deutschen Gerichten"  

Türkei wirft Deutschland Zermürbungstaktik vor

17.08.2016, 15:56 Uhr | dpa, t-online.de

BND-Bericht: Türkei wirft Deutschland "Zermürbung der Türkei" vor. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu.  (Quelle: AFP)

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. (Quelle: AFP)

Die Türkei hat den deutschen Vorwurf einer engen Verstrickung mit radikalen Islamisten scharf zurückgewiesen. Die Behauptungen, die auf einem Bericht des Bundesnachrichtendienstes (BND) fußen, seien ein "neuer Beweis für die schräge Einstellung", mit der versucht werde, "die Türkei zu zermürben".

Dabei werde auch nicht davor zurückgescheut, den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und die Regierung des Landes in Misskredit zu bringen, teilte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit. In der Angelegenheit wurde zugleich "eine Klärung vor bundesdeutschen Gerichten" in Aussicht gestellt.

Deutschland "doppelte Standards" vorgeworfen

Über die Stellungnahme der Bundesregierung hatte zuerst die ARD berichtet. Darin heißt es, die Türkei habe sich seit 2011 schrittweise "zur zentralen Aktionsplattform für islamistische Gruppierungen der Region des Nahen und Mittleren Ostens" entwickelt. In diesem Zusammenhang werden die ägyptische Muslimbruderschaft, die Hamas sowie Gruppen der bewaffneten islamistischen Opposition in Syrien genannt.

Dazu erklärte das türkische Außenministerium, die Türkei sei ein Land, "das den Terror welcher Herkunft auch immer aufrichtig bekämpft". Dies erwarte sie auch von ihren Partnern und Verbündeten.

Das Ministerium sprach zudem von "bestimmten politischen Kreisen" in Deutschland, die "ganz offensichtlich" hinter den aufgestellten Behauptungen stünden. Diese seien für ihre "doppelten Standards" in Bezug auf den Anti-Terror-Kampf bekannt, und zwar vornehmlich in Hinsicht auf die "blutigen Attacken" der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die gegen die Türkei gerichtet seien.

Medien nennen Stellungnahme "Lug und Trug"

Bereits zuvor hatten regierungsnahe Medien des Landes den Bericht der Bundesregierung scharf kritisiert. Die AKP-nahe Tageszeitung "Yeni Safak" nannte die Berichterstattung der ARD darüber eine "niederträchtige Verdrehung der Tatsachen". So habe der Sender die Stellungnahme der Regierung "verfälscht".

Die konservative Zeitung "Hürriyet" hob unter der Überschrift "Schock-Behauptung aus Deutschland" hervor, dass in dem Bericht der Name von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erstmals offiziell im Zusammenhang mit einer Terrororganisation genannt werde.

Von "Verleumdung" sowie "Lug und Trug" war in der Tageszeitung "Sabah" die Rede. Während Deutschland Mitgliedern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK erlaube, sich frei auf den Straßen zu bewegen und Geld für die Organisation einzusammeln, beschuldige es die seit Jahren gegen den Terror kämpfende Türkei, radikale islamische Terrororganisationen zu unterstützen. 


In einer "Kleinen Anfrage" hatten Vertreter der Linksfraktion sich über eine mögliche Einflussnahme durch Erdogan in Deutschland informieren lassen. Den genauen Wortlaut der Anfrage lesen Sie hier. Sie benötigen dazu das Programm Acrobat Reader.  

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
MagentaTV jetzt 1 Jahr inklusive erleben!*
hier Angebot sichern
Anzeige
Die neuesten Technik-Trends: Mieten ist das neue Kaufen
OTTO NOW entdecken
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal