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Nordkorea schießt Rakete von U-Boot Richtung Japan ab

Reichweite stark verbessert  

Nordkorea schießt wieder Rakete von U-Boot ab

24.08.2016, 18:58 Uhr | AFP

Nordkorea schießt Rakete von U-Boot Richtung Japan ab. Die Nachrichten vom Raketentest des Nordens auf einem Bildschirm in Südkorea. (Quelle: Reuters)

Die Nachrichten vom Raketentest des Nordens auf einem Bildschirm in Südkorea. (Quelle: Reuters)

Nordkorea verschärft die Spannungen in Ostasien weiter: Von einem U-Boot vor der Ostküste schoss die Armee des kommunistischen Landes eine Rakete ab, die mehr als 500 Kilometer zurücklegte und damit die Reichweite früherer Flugkörper weit übertraf. Das teilte Südkoreas Generalstab mit. 

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem "unverzeihlichen und rücksichtslosen Akt" Nordkoreas. Der Raketentest stelle eine Bedrohung für die Sicherheit Japans dar. Den Angaben zufolge durchflog das Geschoss die japanische Luftverteidigungs-Identifizierungszone. In dieser Zone müssen sich Flugzeuge aus Gründen der militärischen Sicherheit identifizieren.

Nordkorea macht technische Fortschritte 

Nach Einschätzung des südkoreanischen Generalstabs belegt der neuerliche Raketentest eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu früheren Raketenstarts von nordkoreanischen U-Booten aus. Der Norden habe "offenbar technische Fortschritte erzielt", hieß es auf Militärkreisen.

Eine funktionsfähige Abschusstechnik aus U-Booten könnte Nordkoreas Atompotenzial auf eine ganz neue Ebene heben: Das Land könnte Atomraketen weit außerhalb der eigenen Grenzen positionieren und sich auch nach einem Erstangriff von außen auf sein Territorium atomar wehren.

Der südkoreanische Generalstab wertete den Raketenstart als "ernsthafte Herausforderung" für die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel und als klaren Verstoß Nordkoreas gegen das Raketenverbot des UN-Sicherheitsrats. "Wir werden hart und entschlossen auf alle Provokationen aus dem Norden reagieren", hieß es in einer Erklärung.

Auch die US-Regierung verurteilte den Raketenstart. Sie sagte Südkorea und Japan ihre "felsenfeste Unterstützung" zu.

Gemeinsames Manöver sorgt für Zündstoff 

Der Raketenstart erfolgte wenige Stunden vor einem Treffen der Außenminister Japans, Südkoreas und Chinas in Tokio. Chinas Außenminister Wang Li sagte am Rande des Treffens, er hoffe, "dass die Situation nicht noch gespannter und komplizierter wird". Japan und Südkorea werfen China regelmäßig vor, seinen Verbündeten Nordkorea nicht ausreichend unter Druck zu setzen, um militärische Provokationen zu beenden.

Derzeit sorgt in den Beziehungen zwischen Pjöngjang und Seoul ein gemeinsames Manöver der Streitkräfte Südkoreas und der USA für Zündstoff. Nordkorea betrachtet die jährliche Militärübung als Provokation, zu Beginn des Manövers drohte es mit einem "atomaren Erstschlag" für den Fall, dass die Souveränität des Landes verletzt werde. Jegliche Angreifer würden "in einen Haufen Asche verwandelt", hieß es. Südkorea und die USA betonen, dass das jährliche gemeinsame Manöver rein defensiven Charakter habe.

Im Januar hatte Nordkorea eine Atombombe zu Testzwecken gezündet, es war der vierte Atomwaffentest des kommunistischen Landes. Dem schlossen sich eine Reihe von Raketentests an. Der UN-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land. Er verbot Nordkorea jegliche Raketentests.

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