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Türkei: Bundeswehr prüft offenbar Abzug der Soldaten aus Incirlik

Türkei-Streit  

Bundeswehr prüft offenbar Abzug aus Incirlik

25.08.2016, 14:25 Uhr | rtr, dpa

Türkei: Bundeswehr prüft offenbar Abzug der Soldaten aus Incirlik . Der Nato-Partner Türkei verbietet Bundestagsabgeordneten, die in Incirlik stationierten Bundeswehrsoldaten zu treffen. (Quelle: dpa)

Der Nato-Partner Türkei verbietet Bundestagsabgeordneten, die in Incirlik stationierten Bundeswehrsoldaten zu treffen. (Quelle: dpa)

Der Streit um das Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete auf dem Luftwaffenstützpunkt in Incirlik hat das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei erheblich belastet. Die Bundeswehr reagiert nun offenbar und verlegt ihre Flugzeuge nach Jordanien oder Zypern. Das berichtet der "Spiegel".

Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Bundeswehrkreise schreibt, wird geprüft, ob die Tornados und Tankflugzeuge verlegt werden können. Dazu müssten jedoch die Aufklärungseinsätze wegen des Umzugs für mindestens zwei Monate unterbrochen werden.

Von der Leyen will an Incirlik festhalten

Trotz der aktuellen Probleme möchte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an der Stationierung der Bundeswehr auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt festhalten.

"Die Bundeswehr würde gerne den gemeinsamen Kampf gegen den IS von der Nato-Basis Incirlik aus fortführen", sagte von der Leyen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Die Operation von Incirlik aus liegt nach wie vor im gemeinsamen Interesse Deutschlands und der Türkei."

Zu der Frage, ob die Bundeswehr im Notfall auf einen schnellen Abzug vorbereitet sei, sagte die Ministerin: "Kluge militärische Planung sieht immer auch Ausweichmöglichkeiten vor."

Arnold fordert Abzug aus Incirlik

Zuvor hatte der  SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold einen Abzug der Bundeswehr-Soldaten von der türkischen Luftwaffenbasis gefordert. Eine Verlängerung des Bundestagsmandats für den dortigen Einsatz im Rahmen der Anti-IS-Koalition halte er wegen des türkischen Besuchsverbots für deutsche Abgeordnete für "ausgeschlossen", sagte Arnold dem "Spiegel" . "Die Bundesregierung muss jetzt umgehend andere Standorte für die deutschen Soldaten abklären."

Rund 240 deutsche Soldaten in der Türkei

Das 110 Kilometer nördlich der syrischen Grenze gelegene Incirlik ist Einsatzbasis der internationalen Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mit den USA an der Spitze. 1500 US-Soldaten und knapp 240 deutsche Soldaten sind dort derzeit stationiert.

Die Bundeswehr ist mit sechs Tornado-Aufklärungsflugzeugen präsent, die über Syrien zum Einsatz kommen. Von Incirlik aus startet auch ein deutsches Airbus-Tankflugzeug, das die Flugzeuge der Verbündeten in der Luft mit Treibstoff versorgt.

Das Mandat für den Einsatz der deutschen Aufklärungs-Jets und der Tankflugzeuge läuft im Dezember aus. Ohne die Zustimmung des Koalitionspartners SPD ist eine Verlängerung unmöglich. Die Türkei lehnt Besuche von deutschen Abgeordneten seit der vom Bundestag im Juni beschlossenen Armenier-Resolution ab.

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