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Waffenruhe in Syrien: Rebellen befürchten "eine militärische Falle"

Skepsis in Syrien  

Rebellen: "Die Waffenruhe ist eine militärische Falle"

13.09.2016, 06:51 Uhr | AP, rtr, dpa

Waffenruhe in Syrien: Rebellen befürchten "eine militärische Falle". Vor der Feuerpause in Syrien wurde Aleppo nochmals heftig bombadiert. (Quelle: Picture Alliance/ Abaca)

Vor der Feuerpause in Syrien wurde Aleppo nochmals heftig bombadiert. (Quelle: Picture Alliance/ Abaca)

Nach fünf Jahren Bürgerkrieg gilt in Syrien seit Montagabend eine neue Waffenruhe. Die Feuerpause wurde nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zunächst weitgehend befolgt. Bei den Rebellen herrscht jedoch große Skepsis.

Die Waffenruhe, auf die sich die USA und Russland am Samstag geeinigt hatten, ist um 18 Uhr MESZ in Kraft getreten. Sie soll sowohl die Versorgung der notleidenden Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ermöglichen als auch den Weg für einen neuen diplomatischen Versuch zur Lösung des Konflikts ebnen.

Nach Einigung auf Waffenruhe nochmals Bomben

Kaum hatten US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow am Samstag den gemeinsamen Plan verkündet, fielen jedoch zunächst wieder Bomben. Allein am vergangenen Wochenende starben mehr als 100 Zivilisten bei Luftangriffen auf die umkämpften Städte Aleppo und Idlib, darunter 13 Kinder, wie die Beobachtungsstelle berichtete. Es ist nicht das erste Mal, dass vor einer geplanten Waffenruhe die Kämpfe noch einmal hochkochen, weil alle Seiten ihre Positionen konsolidieren wollen.

Die Rebellen sahen die jüngsten Angriffe als Beweis, dass der Regierung von Präsident Baschar al-Assad nicht zu trauen sei. "Was für eine Waffenruhe ist das, wenn das Regime in Idlib ein Massaker verübt?", schrieb Ahmed Saud, ein Kommandeur der von den USA unterstützten Rebellengruppe Division 13, auf Twitter. "Ich habe das Gefühl, die Waffenruhe ist eine militärische Falle, um noch mehr von uns zu töten."

Auch die islamistische Rebellenfraktion Ahrar al-Scham äußert scharfe Kritik an dem Deal, will aber die Waffen doch schweigen lassen. Ein Anführer der islamistischen Ahrar al-Scham sagte der Nachrichtenagentur AP am Sonntag, seine Gruppe habe nicht die Absicht, sich völlig von Dschabhat Fatah al-Scham zu lösen, die ehemalige Al-Nusra-Front

Feuerpause gilt nicht für Angriffe gegen Terror-Gruppen

Diese Gruppe gehört zu denjenigen, gegen die durch die USA erst eine Woche später vorgegangen werden soll - wie auch gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Innerhalb dieser einen Woche ist es aber auch den syrischen Regierungstruppen noch erlaubt, die beiden Gruppen anzugreifen.

Im Falle von Dschabhat Fatah al-Scham ist das besonders heikel, weil die Gruppe trotz ideologischer Differenzen auch mit einer Reihe moderater Rebellengruppen zusammen kämpft, die dadurch ebenfalls unter Beschuss geraten könnten. US-Außenminister John Kerry hatte vom Westen unterstütze Rebellen am Samstag aufgerufen, sich von den Extremisten abzunabeln. 

Andere islamistische Fraktionen, etwa die mit der Türkei verbündeten Gruppen, würden dem Abkommen hingegen auch öffentlich zustimmen, sagte der Ahrar-al-Scham-Kommandeur, der nicht beim Namen genannt werden wollte.

Aufruf zu gemeinsamer Rebellen-Front

Ein anderer Kommandeur von Ahrar al-Scham, Ali al-Omar, kritisierte die Waffenruhe indes als "Halblösung." Diese könne ein "rebellisches Volk, das sechs Jahre gekämpft und gelitten" habe, nicht akzeptieren, erklärte er in einer Videobotschaft.

Seine Gruppe lehne es ab, andere Milizen "unserer gesegneten Fraktion zu attackieren." Die Rebellen rief er zudem auf, sich zu einer einzigen Front zu vereinigen.

Die syrische Armee erklärte, sie werde die auf zunächst sieben Tage ausgelegte Vereinbarung einhalten. Russland als Verbündeter von Syriens Präsident Baschar al-Assad forderte die USA auf, bei den Rebellengruppen für eine Wahrung der Waffenruhe zu sorgen. Das Außenministerium in Moskau kündigte zudem an, Hilfslieferungen für die Menschen im umkämpften Aleppo sollten in Kürze starten.

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