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Syriens Armee bombardiert erneut Rebellengebiete

Waffenruhe für beendet erklärt  

Syriens Armee bombardiert erneut Rebellengebiete

20.09.2016, 07:19 Uhr | dpa

Syriens Armee bombardiert erneut Rebellengebiete. Rauchwolke nach einem erneuten Angriff der syrischen Armee. (Quelle: dpa)

Rauchwolke nach einem erneuten Angriff der syrischen Armee. (Quelle: dpa)

Nach einer Woche hat Syriens Armee die Waffenruhe im eigenen Land für beendet erklärt und bombardiert erneut die Rebellengebiete im Norden. Es wird von über 40 Bombardierungen in der Großstadt Aleppo und ihrem Umland berichtet. Auch ein Hilfskonvoi wurde angegriffen.

Regierung und Rebellen gaben sich gegenseitig die Schuld am Ende der Waffenruhe. Für Hunderttausende notleidende Zivilisten in belagerten Städten schwinden damit die Hoffnungen, mit Hilfsgütern versorgt zu werden. Nur einige Konvois erreichten vor dem Ende der Waffenruhe ihre Ziele.

Mindestens 36 Tote bei Luftangriffen

Einer von ihnen wurde jedoch in dem Ort Orem al-Kubra südwestlich von Aleppo von Bomben getroffen, sagte der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brian. 18 von 32 Lastwagen seien zerstört worden. Insgesamt starben bei den Luftangriffen nach Angaben von Aktivisten mindestens 36 Menschen, davon zwölf bei dem Luftangriff auf den Hilfskonvoi.

USA verurteilen Angriff auf Hilfskonvoi

Zur Frage, wer den Konvoi angriff, gab es zunächst keine Angaben. Aktivisten machten Syriens und Russlands Luftwaffe für die Bombardierung verantwortlich. Ein US-Regierungsbeamter erklärte, nur Russland oder das syrische Regime könnten hinter dem Angriff stehen. 

Die USA verurteilen den Luftangriff auf einen Hilfskonvoi scharf. Die Attacke auf eine Fahrzeugkolonne des syrischen Roten Kreuzes sei eine unerhörte Verletzung der Waffenstillstandsbestimmungen, sagte Außenmatssprecher John Kirby. "Das Ziel des Konvois war dem syrischen Regime und der Russischen Föderation bekannt und doch sind diese Helfer getötet worden", sagte er. Die USA würden jetzt die Aussichten auf eine Zusammenarbeit mit Russland in Syrien prüfen.

Wie Syrien die Wiederaufnahme der Luftangriffe begründet

Die Armeeführung begründete die Wiederaufnahme der Luftangriffe mit Angriffen der Rebellen. "Bewaffnete terroristische Gruppen" hätten sich nicht an die Umsetzung der Abmachung gehalten, teilte die Armee nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana mit.

USA geben Waffenruhe noch nicht verloren

Die USA wollten die Vereinbarung über die Waffenruhe noch nicht verloren geben. Man sei bereit, die Feuerpause zu verlängern, sagte der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, in einer Mitteilung. Man habe die Äußerungen der syrischen Armee gesehen. Die Vereinbarung sei aber mit Russland getroffen worden. Moskau sei dafür verantwortlich, dass sich das syrische Regime daran halte. "Wir erwarten, dass Russland Klarheit über die eigene Position schafft", sagte Kirby.

Russland reagierte auf die amerikanischen Äußerungen zunächst nicht. Die Nachrichtenagentur Interfax meldete lediglich, dass sich der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad, mit Vize-Außenminister Michail Bogdanow getroffen habe.

Russland erhebt Vorwürfe gegen die USA

Der russische Verteidigungspolitiker Franz Klinzewitsch machte die USA für das Scheitern der Feuerpause verantwortlich. "Es ist wirklich bedauerlich, dass die Amerikaner diese friedlichen Gespräche gezielt zum Scheitern gebracht haben", sagte er der Interfax.

Zuvor hatte Russland schon schwere Vorwürfe gegen die USA erhoben. Sie hätten nicht eine der Anfang des Monats ausgehandelten Vereinbarungen eingehalten, sagte Generalleutnant Sergej Rudskoi vom russischen Generalstab in Moskau.

Machthaber al-Assad kritisierte den Angriff der US-geführten Koalition auf syrische Truppen am Wochenende als "offene amerikanischen Aggression", die der IS-Terrormiliz diene. Bei dem Luftangriff der US-Koalition auf die syrischen Truppen waren mindestens 90 Soldaten getötet worden.

Nach sieben Tagen Waffenruhe sollte eigentlich die nächste Stufe der Vereinbarung zwischen den USA und Russland umgesetzt werden. Diese sah vor, dass beide gemeinsam und koordiniert gegen Terrorgruppen vorgehen, etwa die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder die Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra), die eng mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden ist.

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