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Kampf um Aleppo: Russland wirft USA Terrorismus-Unterstützung vor

Streit um Luftangriffe auf Aleppo  

Russland wirft USA Unterstützung des Terrorismus vor

30.09.2016, 07:52 Uhr | rtr, AFP, dpa

Kampf um Aleppo: Russland wirft USA Terrorismus-Unterstützung vor. Kämpfer des Al-Nusra-Front südlich von Aleppo. (Quelle: Archivbild dpa)

Kämpfer des Al-Nusra-Front südlich von Aleppo. (Quelle: Archivbild dpa)

Ungeachtet aller Warnungen aus den USA will Russland seine massiven Luftangriffe auf die syrische Stadt Aleppo fortsetzen. Man werde den Anti-Terror-Kampf des syrischen Truppen weiter unterstützen, sagte ein Kreml-Sprecher. Für die scharfe Kritik aus Washington hat man derweil in Moskau eine eigene Interpretation.

Die Wortwahl  lasse sich nur als Unterstützung des Terrorismus interpretieren, kritisierte der russische Außenstaatssekretär Sergej Riabkow Agenturmeldungen zufolge.

"Wir können dies nicht anders interpretieren als eine de-facto-Unterstützung des Terrorismus durch die US-Regierung", so Riabkow weiter. "Diese kaum verhohlenen Einladungen, Terror als Waffe gegen Russland einzusetzen, zeigen, wie tief die aktuelle US-Regierung in ihrer Nahost- und Syrien-Politik gesunken ist."

Auslöser für den Zorn des Staatssekretärs war eine Äußerung des US-Außenministeriums vom Mittwoch. Dessen Sprecher John Kirby hatte Russland indirekt davor gewarnt, in dem Konflikt weiter militärisch tätig zu sein, da Russland dadurch zum Ziel von Extremisten werden könnte. Er sagte, Russland habe selbst ein Interesse an einem Ende der Gewalt in Syrien, da Extremisten vom Machtvakuum dort profitieren und Angriffe "auf russische Interessen, möglicherweise sogar russische Städte" unternehmen könnten.

Mit Abbruch der Zusammenarbeit gedroht

Am Mittwoch hatten die USA Russland zudem mit dem Abbruch der diplomatischen Zusammenarbeit in Syrien gedroht. Außenminister John Kerry zeigte sich seinem Sprecher zufolge in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow "tief besorgt" über die Lage in Aleppo. Er warf Russland und der verbündeten syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad vor, mit Angriffen auf Krankenhäuser, die Wasserversorgung und andere zivile Einrichtungen die Lage dramatisch verschärft zu haben. Es war die schärfste Warnung der USA, seit eine von ihnen und Russland gemeinsam ausgehandelte Waffenruhe am 19. September gescheitert war.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte daraufhin, Russland nehme den "nicht konstruktiven Charakter der Rhetorik aus Washington" zur Kenntnis, bleibe aber an einer Zusammenarbeit mit den USA im Syrien-Konflikt interessiert.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan appellierten an Moskau, die Luftschläge einzustellen. Beide Politiker seien sich in einem Telefonat einig gewesen, dass die Angriffe "das Leid der Zivilbevölkerung" erheblich verschärften, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die "mehrfach berichteten eklatanten Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht" seien nicht hinnehmbar.

"Größte humanitäre Katastrophe"

Der Leiter der UN-Hilfseinsätze, Stephen O'Brien, sagte vor dem UN-Sicherheitsrat, die Situation in Aleppo sei die "größte humanitäre Krise" in Syrien seit Beginn des Bürgerkriegs vor fünf Jahren. Das Gesundheitssystem im belagerten Ostteil der Stadt sei "kurz vor dem vollständigen Zusammenbruch". Es mangele an Nahrung, das Wasser sei knapp, und es drohe der Ausbruch verschiedener Krankheiten.

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