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Großoffensive auf Mossul: Erste Erfolge bei Befreiung der IS-Hochburg

Großoffensive auf Mossul  

Erste Erfolge bei der Befreiung der IS-Hochburg

17.10.2016, 12:42 Uhr | rtr, dpa

Großoffensive auf Mossul: Erste Erfolge bei Befreiung der IS-Hochburg. Panzer der irakischen Armee sind noch etwa 45 Kilometer von Mossul entfernt. (Quelle: AFP)

Panzer der irakischen Armee sind noch etwa 45 Kilometer von Mossul entfernt. (Quelle: AFP)

Bei der Offensive zur Befreiung der Stadt Mossul vom Islamischen Staat (IS) meldet die irakische Armee erste Erfolge: Mehrere Verteidigungslinien der Terrormiliz seien zerstört worden. Auch die kurdischen Peschmerga, die an der Invasion beteiligt sind, haben nach eigenen Angaben bereits mehrere Dörfer eingenommen.

Die Militäroperation hatte am Montagmorgen begonnen. Unterstützt werden die Streitkräfte von einer US-geführten Koalition. Ein Reuters-Reporter beobachtete Hubschrauber, die in Richtung Mossul flogen und hörte Explosionen im Osten der Stadt. Es wird erwartet, dass rund 30.000 Soldaten sowie Angehörige sunnitischer Milizen und etwa 4000 Peschmerga-Kämpfer an der Offensive teilnehmen. Sie sollen 4000 bis 8000 IS-Extremisten aus Mossul vertreiben.

Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira sendete Aufnahmen, die den Angriff auf die Stadt zeigen sollen. Zu sehen sind Raketen und Reihen von Leuchtspurgeschossen am nächtlichen Himmel. Dazu hört man Gefechtslärm.

Invasion könnte Wochen dauern

Die Offensive könnte zur größten militärischen Operation im Irak seit der US-Invasion zum Sturz von Machthaber Saddam Hussein im Jahr 2003 werden und möglicherweise mehrere Wochen andauern, erklärte der Kommandeur der Koalition, Generalleutnant Stephen Townsend.

Während die irakische Armee von Süden aus Mossul angreift, übernehmen die kurdischen Peschmerga die Front im Osten. Dort, so ein Peschmerga-Sprecher, hätten sie sieben Dörfer eingenommen und rückten weiter auf Mossul vor. Die kurdischen Kämpfer werden unter anderem von der Bundeswehr ausgebildet. Diese hat ihnen zudem Waffen geliefert, darunter Panzerabwehrraketen vom Typ "Milan", Panzerfäuste sowie mehr als 20.000 Sturmgewehre und Munition.

"IS-Extremisten keine Muslime"

"Wir sind wahre Muslime", sagte ein Peschmerga-Kämpfer auf einer Anhöhe, während er das Flachland vor Mossul beobachtete. Die IS-Extremisten seien keine wahren Muslime, fügte er hinzu. Was sie getan hätten, entspreche keiner Religion. Ein kurdischer Offizier erklärte mit Blick auf Mossul: "Das hier ist alles Kurdistan." Er fügte hinzu: "Wenn wir hier fertig sind werden wir sie nach Rakka oder sonst wohin jagen." Rakka ist die größte vom IS kontrollierte Stadt in Syrien.

Die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC) sieht angesichts der Offensive rund 1,2 Millionen Zivilisten in Gefahr. "Wir befürchten, dass die humanitären Konsequenzen dieser Operation massiv sein werden", sagte der NRC-Direktor im Irak, Wolfgang Gressmann. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen UNHCR rechnet mit bis zu einer Million Flüchtlingen aus Mossul, von denen bis zu 700.000 humanitäre Hilfe benötigen könnten. In Mossul sollen noch rund 1,5 Millionen Menschen leben.

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