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Bewaffnete greifen libysches Flüchtlingsboot an

Mehrere Tote vor Küste  

Bewaffnete greifen libysches Flüchtlingsboot an

21.10.2016, 16:50 Uhr | rtr, AFP

Bewaffnete greifen libysches Flüchtlingsboot an. Mitglieder der privaten Hilfsorganisation Sea Watch haben von einem Übergriff auf Flüchtlinge berichtet. (Quelle: Symbolbild dpa)

Mitglieder der privaten Hilfsorganisation Sea Watch haben von einem Übergriff auf Flüchtlinge berichtet. (Quelle: Symbolbild dpa)

Bewaffnete sollen nach Angaben der Hilfsorganisation Sea Watch ein Flüchtlingsboot angegriffen und den Tod mehrerer Menschen verursacht haben. Die Besatzung eines Speedbootes mit der Aufschrift "Libysche Küstenwache" habe das Schlauchboot mit etwa 150 Menschen an Bord geentert und sei mit Knüppeln auf die Passagiere losgegangen, erklärte die deutsche Hilfsorganisation.

An Bord des Flüchtlingsbootes sei Panik ausgebrochen. Das Gefährt sei umgekippt und der Großteil der Menschen ins Wasser gerutscht.  

Möglicherweise bis zu 25 Tote 

Die Mitarbeiter der privaten Hilfsorganisation hätten sich zwar bemüht, möglichst viele von ihnen zu retten, bei einer zweistelligen Anzahl von Menschen sei dies jedoch nicht gelungen. 15 bis 25 weitere Flüchtlinge würden noch vermisst. Viele von ihnen seien vermutlich ertrunken - vier Leichen wurden bereits geborgen, sagte ein Sprecher der Organisation. 

Vier bewusstlose Opfer des Zwischenfalls würden derzeit medizinisch versorgt, erklärte Sea Watch. 120 Flüchtlinge seien gerettet worden und befänden sich nun an Bord des Hilfsschiffes.  

Diebstahl des Außenbordmotors geplant? 

Nach ersten Angaben war das deutsche Rettungsschiff demnach von der italienischen Küstenwache zu Hilfe gerufen worden. Es sollte sich um ein völlig überladenes Schlauchboot mit etwa 150 Flüchtlingen an Bord kümmern, das sich etwa 14 Seemeilen vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern befunden habe. Ein von der Küstenwache umgeleiteter Öltanker habe die Rettungsaktion abgesichert. 

Die Mannschaft von Sea Watch habe gerade damit begonnen, Schwimmwesten an die Flüchtlinge auszugeben, als das Schiff mit Zeichen der libyschen Küstenwache aufgetaucht sei. Die Besatzung hätte versucht, den Außenbordmotor des Flüchtlingsbootes zu stehlen. Dabei hätten sei mit Knüppeln auf die Flüchtlinge eingeschlagen. Schließlich sei Panik ausgebrochen und daraufhin seien die meisten Flüchtlinge ins Wasser gestürzt.

Bundeswehr kann Vorfall nicht bestätigen 

Ein Sprecher der libyschen Marine in Tripolis erklärte, er habe nichts von dem Vorfall gehört. Auch ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr erklärte, die deutsche Marine habe bisher keine Erkenntnisse zu dem Vorfall.

Die Bundeswehr beteiligt sich mit der Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern", dem Versorgungsschiff "Werra" und knapp 300 Soldaten am EU-Einsatz "Sophia" zur Rettung von Flüchtlingen und zur Bekämpfung der Schleuserkriminalität vor der libyschen Küste.

Bereits früher Angriff auf Ärzte ohne Grenzen 

Bereits Mitte August hatte die libysche Küstenwache das Rettungsschiff "Bourbon Argos" der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen beschossen. Bewaffnete hätten von einem Speedboot aus mehreren hundert Metern Entfernung zunächst auf das Schiff gefeuert und seien dann an Bord gekommen, teilte die Organisation damals mit.

Etwa 50 Minuten später hätten sie das Schiff verlassen, ohne etwas mitzunehmen. Die Helfer hätten solange in einem geschützten Bereich ausgeharrt. Nach dem Zwischenfall war unter anderem das Bundeswehrschiff "Werra" zur Position der "Bourbon Argos" geeilt.

Bei der Besatzung des Küstenwachbootes handelte es sich nach Angaben der Bundesregierung um unerfahrenes und nicht entsprechend ausgebildetes Personal. Es habe die "Bourbon Argos" als verdächtiges Fahrzeug eingestuft und durch die Abgabe von Warnschüssen zum Anhalten zwingen wollte, antwortete die Regierung auf eine kleine Anfrage der Linken. Dabei sei es zu den nicht beabsichtigten Treffern gekommen. 

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