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Krieg in Syrien: 22 Kinder bei Luftangriff auf Schule getötet

Russische Luftwaffe womöglich beteiligt  

22 Kinder bei Angriff auf Schule in Syrien getötet

27.10.2016, 13:44 Uhr | AFP

Krieg in Syrien: 22 Kinder bei Luftangriff auf Schule getötet. Mitglieder einer Verteidigungseinheit und Zivilisten suchen nach Luftangriffen im Bezirk Maarrat al-Nu'man in der Provinz Idlib nach Überlebenden. (Quelle: dpa)

Mitglieder einer Verteidigungseinheit und Zivilisten suchen nach Luftangriffen im Bezirk Maarrat al-Nu'man in der Provinz Idlib nach Überlebenden. (Quelle: dpa)

In einer Schule in Syrien sind 22 Kinder und sechs Lehrer bei einem Bombenangriff aus der Luft getötet worden. Der Generaldirektor des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake, erklärte: "Sollte der Angriff vorsätzlich ausgeführt worden sein, wäre er ein Kriegsverbrechen." Russland wollte nicht ausschließen, dass seine Luftwaffe daran beteiligt war.

Lake sprach von dem wohl schwersten Angriff auf eine Schule seit Beginn des Syrien-Kriegs. Die Schule in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib sei "wiederholt angegriffen worden", beklagte Lake. "Es ist eine Tragödie, es ist eine Schande." Der Vorfall müsse die internationale Gemeinschaft aufrütteln. Es reiche nicht aus, Abscheu angesichts solcher "barbarischer Taten" zu zeigen, sagte er. Die Welt müsse darauf bestehen, dass dies aufhört.

Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin wollte in New York nicht ausschließen, dass die Luftwaffe seines Landes an den Angriffen beteiligt gewesen sein könnte. "Es wäre jetzt einfach für mich zu sagen: 'Nein'", so Tschurkin. "Ich bin aber ein verantwortungsvoller Mensch. Ich muss nun erstmal abwarten, was unser Verteidigungsminister dazu sagt." Tschurkin fügte hinzu: "Das ist schrecklich. Ich hoffe, wir haben nichts damit zu tun."

Sechs Luftangriffe auf Dorf

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte bereits am Mittwochnachmittag über den Angriff auf die Schule berichtet und geht von mindestens 35 Todesopfern aus. Nach Darstellung der Menschenrechtsstelle hatten syrische oder russische Kampfflugzeuge mindestens sechs Luftangriffe auf das Dorf Haas geflogen, wo die Schule liegt. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Die Luftwaffe des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und die seines Verbündeten Russland sind wiederholt beschuldigt worden, Zivilisten und zivile Einrichtungen in Syrien zu bombardieren.

Idlib von Islamisten kontrolliert

Die Provinz Idlib wird von dem islamistischen Rebellenbündnis Dschaisch al-Fateh (Armee der Eroberung) kontrolliert. Ihm gehören unter anderem die Dschihadisten der Fateh-al-Scham-Front an, die bis zu ihrer selbsterklärten Abspaltung vom Terrornetzwerk Al-Kaida Al-Nusra-Front hieß. Nach Angaben der Beobachtungsstelle ist Idlib in den vergangenen Woche verstärkt bombardiert worden.

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