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Befreite Boko-Haram-Opfer werden weiter missbraucht

Vergewaltigung durch Regierungsvertreter  

Befreite Boko-Haram-Opfer werden weiter missbraucht

31.10.2016, 13:32 Uhr | AFP

Befreite Boko-Haram-Opfer werden weiter missbraucht. Zahlreiche Geiseln der Terrormiliz Boko Haram werden nach ihrer Befreiung erneut zum Opfer. (Quelle: AFP/Symbolbild)

Zahlreiche Geiseln der Terrormiliz Boko Haram werden nach ihrer Befreiung erneut zum Opfer. (Quelle: Symbolbild/AFP)

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den Sicherheitskräften in Nigeria vorgeworfen, in zahlreichen Fällen Opfer der Islamistengruppe Boko Haram vergewaltigt oder sexuell missbraucht zu haben.

HRW legte in Lagos eine Dokumentation über 43 Fälle vor, in denen Mädchen oder Frauen solche Vorwürfe gegen Lageraufseher, Polizisten oder Soldaten erhoben. In den meisten Fällen wurden die Opfer mit Heiratsversprechen oder materieller Unterstützung zum Sex genötigt.

"Es ist schon schlimm genug, dass diese Frauen und Kinder nach den abscheulichen traumatischen Erfahrungen, die sie durch Boko Haram erlitten, nicht die benötigte Unterstützung erhalten", sagte die HRW-Referentin Mausi Segun. "Es ist abscheulich, dass diese Leute, die die Frauen und Mädchen schützen sollten, sie angreifen und missbrauchen."

Erschießung angedroht

Unter den dokumentierten Fällen befindet sich der einer 17-Jährigen, die von einem Polizisten vergewaltigt und danach schwanger wurde. "Als ich ihm sagte, was mit mir los ist, hat er gedroht, mich zu erschießen, wenn ich es weitererzähle." Daraufhin habe sie auf eine Anzeige verzichtet.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.

Boko Haram bekannte sich zur Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule in der Stadt Chibok im April 2014.

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