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Nordafrika: Für 200 Dollar werden Flüchtlinge zu Sklaven

"Verkauft und weggeworfen"  

Für 200 Dollar werden Flüchtlinge zu Sklaven

11.04.2017, 14:34 Uhr | jmt, dpa

Nordafrika: Für 200 Dollar werden Flüchtlinge zu Sklaven. Auf Sklavenmärkten in Afrika werden Migranten zum Verkauf feilgeboten - Europa bleibt für sie unerreichbar. (Symbolbild). (Quelle: dpa)

Nicht allen gelingt die Flucht nach Europa: Auf Sklavenmärkten in Afrika werden Migranten verkauft. (Symbolbild) (Quelle: dpa)

Einen Sklavenhandel mit Hunderten Migranten hat eine Hilfsorganisation im westafrikanischen Niger und im nordafrikanischen Libyen aufgedeckt. Schmuggler verkauften Menschen für 200 bis 500 Dollar in Zwangsarbeit und Sexsklaverei.

Die Menschen würden oft monatelang festgehalten und ohne Lohn zu harter Arbeit gezwungen, berichtete die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf. Viele würden gefesselt oder eingesperrt. Frauen würden als Sexsklavinnen missbraucht oder zur Prostitution gezwungen.

Familien mit Folter erpresst

In Auffanglagern für Migranten habe die Organisation zahlreiche Menschen getroffen, die nach eigenen Angaben auf solchen Märkten verkauft wurden. Die Migranten seien gefoltert worden und hätten dabei ihre Familien anrufen müssen, damit diese die Schreie hören konnten. Die Wächter verlangten Hunderte Dollar Lösegeld.

Nach Angaben der Betroffenen hungerten Migranten zu Tode, die kein Geld aufbringen konnten. Ein IOM-Arzt habe einen auf 35 Kilogramm abgemagerten Mann aus Gambia in Krankenhaus besucht und seine Folterwunden gesehen.

"Sie werden verkauft und weggeworfen"

"Libyen ist ein Jammertal für die Migranten", sagte der IOM-Einsatzleiter Mohammed Abdiker. "Migranten, die nach Libyen gehen, um nach Europa zu kommen, haben keine Ahnung von der Folter, die sie dort erwartet", sagte IOM-Sprecher Leonard Boyle. "Sie werden verkauft, gekauft und weggeworfen, wenn sich nicht mehr von Nutzen sind."

IOM nehme die Zeugenaussagen auf und verbreite sie über soziale Netzwerke und Radio in den Ländern, aus denen viele Menschen flüchten - um sie zu warnen.

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